בס "ד

  1. Siddur
Ich glaube mit voller Überzeugung, dass die Prophezeiung unseres Lehrers Moses, möge er in Frieden ruhen, wahr war und dass er der Vater aller Propheten war – sowohl derer, die vor ihm kamen, als auch derer, die nach ihm kamen.  אֲנִי מַאֲמִין בֶּאֱמוּנָה שְׁלֵמָה שֶׁנְּ֒בוּאַת משֶׁה רַבֵּֽנוּ עָלָיו הַשָּׁלוֹם הָיְ֒תָה אֲמִתִּית וְשֶׁהוּא הָיָה אָב לַנְּ֒בִיאִים לַקּוֹדְ֒מִים לְפָנָיו וְלַבָּאִים אַחֲרָיו:

2. Rambam, Mishneh Torah, Hilchot Yesodei HaTorah 8

Die Juden glaubten nicht an Mose, unseren Lehrer, wegen der Wunder, die er vollbrachte. Wenn sich der Glaube eines Menschen auf Wunder stützt, ist seine Hingabe mangelhaft, denn Wunder lassen sich auch durch Magie oder Zauberei vollbringen.
Alle Wunder, die Mose in der Wüste vollbrachte, dienten nicht als Beweis für die Richtigkeit seiner Prophezeiung, sondern hatten einen bestimmten Zweck. Um die Ägypter zu ertränken, teilte er das Meer und ließ sie darin versinken. Wir brauchten Nahrung, also gab er uns Manna. Wir waren durstig, also spaltete er den Felsen und gab uns Wasser. Korachs Bande meuterte gegen ihn, also verschlang die Erde sie. Dasselbe gilt für die anderen Wunder.
Woher rührt unser Glaube an ihn? Von der Offenbarung am Berg Sinai. Unsere Augen sahen, und nicht die eines Fremden. Unsere Ohren hörten, und nicht die eines anderen. Es gab Feuer, Donner und Blitz. Er ging in die dichten Wolken hinein; die Stimme sprach zu ihm, und wir hörten: “Mose, Mose, geh und sage ihnen Folgendes: …”
So heißt es in [Deuteronomium 5,4]: “Von Angesicht zu Angesicht redete Gott mit dir”, und in [Deuteronomium 5,3] steht: “Diesen Bund hat Gott nicht mit unseren Vätern geschlossen, sondern mit uns, die wir alle heute hier leben.”
Woher wissen wir, dass allein die Offenbarung am Berg Sinai die Wahrheit der Prophezeiung Moses zweifelsfrei beweist? In 2. Mose 19,9 heißt es: ’Siehe, ich komme zu dir in einer dichten Wolke, damit das Volk mich zu dir reden hört und für immer an dich glaubt.“ Offenbar glaubten sie vor diesem Ereignis nicht mit einem Glauben an ihn, der ewig währen würde, sondern mit einem Glauben, der Zweifel und Misstrauen zuließ.
So bezeugten diejenigen, zu denen [Moses] gesandt wurde, seine Berufung zum Propheten, und es war nicht nötig, ein weiteres Wunder für sie zu vollbringen. Er und sie waren Zeugen, wie zwei Zeugen, die dasselbe Ereignis gemeinsam beobachtet haben. Jeder dient seinem Kollegen als Zeuge, dass er die Wahrheit sagt, und keiner muss seinem Kollegen einen weiteren Beweis vorlegen.
In ähnlicher Weise waren alle Israeliten Zeugen der Berufung unseres Lehrers Mose bei der Offenbarung am Berg Sinai, und es war nicht nötig, dass er weitere Wunder für sie vollbrachte.
Dieses Konzept [wird im Dialog zwischen Gott und Mose bei der Offenbarung des brennenden Dornbuschs angedeutet]. Zu Beginn seiner Prophezeiung gab ihm der Heilige, gepriesen sei Er, die Zeichen [und Wunder], die er in Ägypten vollbringen sollte, und sprach zu ihm [2. Mose 3,18]: “Und sie werden auf deine Stimme hören.”
Mose, unser Lehrer, wusste, dass jemand, der aufgrund von Zeichen an jemanden glaubt, Zweifel und Misstrauen im Herzen trägt. Deshalb bat er um Entlassung von seinem Auftrag und sagte: “Sie werden mir nicht glauben” (2. Mose 4,1), bis der Heilige, gepriesen sei Er, ihm mitteilte, dass diese Wunder nur vorübergehend seien, bis sie Ägypten verließen. Nach ihrem Auszug würden sie auf diesem Berg stehen, und all ihre Zweifel an ihm würden verschwinden.
[Gott sprach zu ihm:] Hier, ich werde dir ein Zeichen geben, damit sie erkennen, dass ich dich von Anfang an gesandt habe, und damit kein Zweifel in ihren Herzen bleibt. Das ist gemeint in [2. Mose 3,12]: “Dies soll dein Zeichen sein, dass ich dich gesandt habe: Wenn du das Volk aus Ägypten herausführst, werdet ihr Gott auf diesem Berg dienen.”
Wir glauben daher keinem Propheten, der nach Mose, unserem Lehrer, auftritt, allein aufgrund der Wunder, die er vollbringt, nach dem Motto: „Wenn er ein Wunder vollbringt, werden wir ihm alles glauben.“ Vielmehr glauben wir ihm, weil es ein Gebot ist, das uns von Mose gegeben wurde, der sagte: „Wenn er ein Wunder vollbringt, hört ihm zu.“.
So wie wir angehalten sind, ein [rechtliches] Urteil auf der Grundlage der Aussage zweier Zeugen zu fällen, selbst wenn wir nicht wissen, ob sie wahrheitsgemäß oder fälschlich aussagen, so ist es auch eine Mizwa, diesem Propheten zuzuhören, selbst wenn wir nicht wissen, ob das Wunder echt ist oder durch Magie oder Zauberei vollbracht wurde.
Wenn also ein Prophet auftritt und versucht, Moses' Prophezeiung durch große Zeichen und Wunder zu widerlegen, sollten wir ihm kein Gehör schenken. Wir wissen mit Gewissheit, dass er diese Zeichen durch Magie oder Zauberei vollbracht hat. [Diese Schlussfolgerung wird gezogen,] weil die Prophezeiung Moses', unseres Lehrers, nicht auf Wundern beruht, die wir miteinander vergleichen könnten. Vielmehr haben wir mit unseren eigenen Augen und Ohren gesehen und gehört, wie er.
Womit lässt sich das vergleichen? Mit Zeugen, die vor einem Mann aussagen, der die Situation selbst beobachtet hat. Er wird ihnen niemals Glauben schenken und mit Sicherheit wissen, dass sie falsche Zeugen sind.
Deshalb heißt es in der Tora (Deuteronomium 13,3-4): “Selbst wenn ein solches Zeichen oder Wunder geschieht, sollt ihr nicht auf die Worte dieses Propheten hören.” Er kommt mit Zeichen und Wundern zu euch, um das zu widerlegen, was ihr mit eigenen Augen gesehen habt. Wir glauben an ein Wunder [als Beweis für die Zuverlässigkeit eines Propheten] nur aufgrund des Gebots, das uns Mose gegeben hat. Wie kann uns also ein Wunder dazu bewegen, diesen [Menschen] anzunehmen, der kommt, um die Prophezeiung Moses, die wir gesehen und gehört haben, zu widerlegen?
משֶׁה רַבֵּנוּ לֹא הֶאֱמִינוּ בּוֹ יִשְׂרָאֵל מִפְּנֵי הָאוֹתוֹת שֶׁעָשָׂה. שֶׁהַמַּאֲמִין עַל פִּי הָאוֹתוֹת יֵשׁ בְּלִבּוֹ דֹּפִי שֶׁאֶפְשָׁר שֶׁיַּעֲשֶׂה הָאוֹת בְּלָט וְכִשּׁוּף. אֶלָּא כָּל הָאוֹתוֹת שֶׁעָשָׂה משֶׁה בַּמִּדְבָּר לְפִי הַצֹּרֶךְ עֲשָׂאָם. לֹא לְהָבִיא רְאָיָה עַל הַנְּבוּאָה. הָיָה צָרִיךְ לְהַשְׁקִיעַ אֶת הַמִּצְרִיִּים קָרַע אֶת הַיָּם וְהִצְלִילָן בְּתוֹכוֹ. צָרַכְנוּ לְמָזוֹן הוֹרִיד לָנוּ אֶת הַמָּן. צָמְאוּ בָּקַע לָהֶן אֶת הָאֶבֶן. כָּפְרוּ בּוֹ עֲדַת קֹרַח בָּלְעָה אוֹתָן הָאָרֶץ. וְכֵן שְׁאָר כָּל הָאוֹתוֹת. וּבַמֶּה הֶאֱמִינוּ בּוֹ. בְּמַעֲמַד הַר סִינַי שֶׁעֵינֵינוּ רָאוּ וְלֹא זָר וְאָזְנֵינוּ שָׁמְעוּ וְלֹא אַחֵר הָאֵשׁ וְהַקּוֹלוֹת וְהַלַּפִּידִים וְהוּא נִגַּשׁ אֶל הָעֲרָפֶל וְהַקּוֹל מִדַּבֵּר אֵלָיו וְאָנוּ שׁוֹמְעִים משֶׁה משֶׁה לֵךְ אֱמֹר לָהֶן כָּךְ וְכָךְ. “פָּנִים בְּפָנִים דִּבֶּר ה’” עִמָּכֶם“. וְנֶאֱמַר (דברים ה ג) ’לֹא אֶת אֲבֹתֵינוּ כָּרַת ה' אֶת הַבְּרִית הַזֹּאת”. וּמִנַּיִן שֶׁמַּעֲמַד הַר סִינַי לְבַדּוֹ הִיא הָרְאָיָה לִנְבוּאָתוֹ שֶׁהִיא אֱמֶת שֶׁאֵין בּוֹ דֹּפִי שֶׁנֶּאֱמַר (שמות יט ט) “הִנֵּה אָנֹכִי בָּא אֵלֶיךָ בְּעַב הֶעָנָן בַּעֲבוּר יִשְׁמַע ” מִכְלַל שֶׁקֹּדֶם דָּבָר זֶה לֹא הֶאֱמִינוּ בּוֹ נֶאֱמָנוּת שֶׁהִיא עוֹמֶדֶת לְעוֹלָם אֶלָּא נֶאֱמָנוּת שֶׁיֵּשׁ אַחֲרֶיהָ הִרְהוּר וּמַחֲשָׁבָה:
נִמְצְאוּ אֵלּוּ שֶׁשׁוּלַּח לָהֶן הֵם הָעֵדִים עַל נְבוּאָתוֹ שֶׁהִיא אֱמֶת וְאֵינוֹ צָרִיךְ לַעֲשׂוֹת לָהֶן אוֹת אַחֵר. שֶׁהֵם וְהוּא עֵדִים בַּדָּבָר כִּשְׁנֵי עֵדִים שֶׁרָאוּ דָּבָר אֶחָד בְּיַחַד שֶׁכָּל אֶחָד מֵהֶן עֵד לַחֲבֵרוֹ שֶׁהוּא אוֹמֵר אֱמֶת וְאֵין אֶחָד מֵהֶן צָרִיךְ לְהָבִיא רְאָיָה לַחֲבֵרוֹ. כָּךְ משֶׁה רַבֵּנוּ כָּל יִשְׂרָאֵל עֵדִים לוֹ אַחַר מַעֲמַד הַר סִינַי וְאֵינוֹ צָרִיךְ לַעֲשׂוֹת לָהֶם אוֹת. וְזֶהוּ שֶׁאָמַר לוֹ לְהַקָּדוֹשׁ בָּרוּךְ הוּא בִּתְחִלַּת נְבוּאָתוֹ בְּעֵת שֶׁנָּתַן לוֹ הָאוֹתוֹת לַעֲשׂוֹתָן בְּמִצְרַיִם וְאָמַר לוֹ (שמות ג יח) “וְשָׁמְעוּ לְקלֶךָ”. יָדַע משֶׁה רַבֵּנוּ שֶׁהַמַּאֲמִין עַל פִּי הָאוֹתוֹת יֵשׁ בִּלְבָבוֹ דֹּפִי וּמְהַרְהֵר וּמְחַשֵּׁב וְהָיָה נִשְׁמָט מִלֵּילֵךְ וְאָמַר (שמות ד א) “וְהֵן לֹא יַאֲמִינוּ לִי”. עַד שֶׁהוֹדִיעוֹ הַקָּדוֹשׁ בָּרוּךְ הוּא שֶׁאֵלּוּ הָאוֹתוֹת אֵינָן אֶלָּא עַד שֶׁיֵּצְאוּ מִמִּצְרַיִם וְאַחַר שֶׁיֵּצְאוּ וְיַעַמְדוּ עַל הָהָר הַזֶּה יִסְתַּלֵּק הִרְהוּר שֶׁמְּהַרְהֲרִין אַחֲרֶיךָ שֶׁאֲנִי נוֹתֵן לְךָ כָּאן אוֹת שֶׁיֵּדְעוּ שֶׁאֲנִי שְׁלַחְתִּיךָ בֶּאֱמֶת מִתְּחִלָּה וְלֹא יִשָּׁאֵר בְּלִבָּם הִרְהוּר. וְהוּא שֶׁהַכָּתוּב אוֹמֵר (שמות ג יב) “וְזֶה לְּךָ הָאוֹת כִּי אָנֹכִי שְׁלַחְתִּיךָ בְּהוֹצִיאֲךָ אֶת הָעָם מִמִּצְרַיִם תַּעַבְדוּן אֶת הָאֱלֹקים עַל הָהָר הַזֶּה”. נִמְצֵאתָ אוֹמֵר שֶׁכָּל נָבִיא שֶׁיַּעֲמֹד אַחַר משֶׁה רַבֵּנוּ אֵין אָנוּ מַאֲמִינִים בּוֹ מִפְּנֵי הָאוֹת לְבַדּוֹ כְּדֵי שֶׁנֹּאמַר אִם יַעֲשֶׂה אוֹת נִשְׁמַע לוֹ לְכָל מַה שֶּׁיֹּאמַר. אֶלָּא מִפְּנֵי הַמִּצְוָה שֶׁצִּוָּה משֶׁה בַּתּוֹרָה וְאָמַר אִם נָתַן אוֹת (דברים יח טו) “אֵלָיו תִּשְׁמָעוּן”. כְּמוֹ שֶׁצִּוָּנוּ לַחְתֹּךְ הַדָּבָר עַל פִּי שְׁנַיִם עֵדִים וְאַף עַל פִּי שֶׁאֵין אָנוּ יוֹדְעִין אִם הֵעִידוּ אֱמֶת אִם שֶׁקֶר. כָּךְ מִצְוָה לִשְׁמֹעַ מִזֶּה הַנָּבִיא אַף עַל פִּי שֶׁאֵין אָנוּ יוֹדְעִים אִם הָאוֹת אֱמֶת אוֹ בְּכִשּׁוּף וְלָט:
לְפִיכָךְ אִם עָמַד הַנָּבִיא וְעָשָׂה אוֹתוֹת וּמוֹפְתִים גְּדוֹלִים וּבִקֵּשׁ לְהַכְחִישׁ נְבוּאָתוֹ שֶׁל משֶׁה רַבֵּנוּ אֵין שׁוֹמְעִין לוֹ וְאָנוּ יוֹדְעִין בְּבֵאוּר שֶׁאוֹתָן הָאוֹתוֹת בְּלָט וְכִשּׁוּף הֵן. לְפִי שֶׁנְּבוּאַת משֶׁה רַבֵּנוּ אֵינָהּ עַל פִּי הָאוֹתוֹת כְּדֵי שֶׁנַּעֲרֹךְ אוֹתוֹת זֶה לְאוֹתוֹת זֶה. אֶלָּא בְּעֵינֵינוּ רְאִינוּהָ וּבְאָזְנֵינוּ שְׁמַעֲנוּהָ כְּמוֹ שֶׁשָּׁמַע הוּא. הָא לְמָה הַדָּבָר דּוֹמֶה לְעֵדִים שֶׁהֵעִידוּ לָאָדָם עַל דָּבָר שֶׁרָאָה בְּעֵינָיו שֶׁאֵינוֹ כְּמוֹ שֶׁרָאָה שֶׁאֵינוֹ שׁוֹמֵעַ לָהֶן אֶלָּא יוֹדֵעַ בְּוַדַּאי שֶׁהֵן עֵדֵי שֶׁקֶר. לְפִיכָךְ אָמְרָה תּוֹרָה שֶׁאִם בָּא הָאוֹת וְהַמּוֹפֵת (דברים יג ד) “לֹא תִּשְׁמַע אֶל דִּבְרֵי הַנָּבִיא הַהוּא”. שֶׁהֲרֵי זֶה בָּא אֵלֶיךָ בְּאוֹת וּמוֹפֵת לְהַכְחִישׁ מַה שֶּׁרָאִיתָ בְּעֵינֶיךָ וְהוֹאִיל וְאֵין אָנוּ מַאֲמִינִים בְּמוֹפֵת אֶלָּא מִפְּנֵי הַמִּצְוֹת שֶׁצִּוָּנוּ משֶׁה הֵיאַךְ נְקַבֵּל מֵאוֹת זֶה שֶׁבָּא לְהַכְחִישׁ נְבוּאָתוֹ שֶׁל משֶׁה שֶׁרָאִינוּ וְשֶׁשָּׁמַעְנוּ

3. Rambam, Kommentar zur Mischna, Sanhedrin 10:1

Das siebte Prinzip Die Prophezeiung Moses, unseres Lehrers – Friede sei mit ihm – besagt, dass er der Vater aller Propheten vor und nach ihm war. Das bedeutet, dass alle anderen ihm an Erhabenheit unterlegen sind und er der Auserwählte unter allen Menschen ist. Denn er erwarb mehr Wissen als jeder Mensch, der je gelebt hat oder leben wird, und erreichte eine übermenschliche Ebene – bis hin zur Ebene der Engel und ihrem Reich. Er durchdrang keine Barriere, kein körperliches Hindernis hielt ihn auf, kein Makel – ob groß oder klein – war Teil von ihm. Illusionäre und physische Kräfte und ihre Wahrnehmungen verschwanden von ihm, die Macht der Erregung und des Begehrens wurde von ihm getrennt, und er blieb allein der Verstand. Es heißt über ihn, dass er ohne Engelsvermittler mit Gott, dem Gepriesenen, sprechen würde. Mein Wunsch war es, diese erstaunliche Angelegenheit zu erhellen, den Schlüssel zu den Versen der Tora zu öffnen und die Bedeutung von “Mund an Mund” (Numeri 12,8) sowie des gesamten Verses zu diesem Thema zu erklären. Mir wurde jedoch klar, dass dies zahlreiche Beweise erfordern würde und dass wir viele Thesen, Einleitungen und Gleichnisse bräuchten. Zunächst müssten wir die Existenz der Engel und ihren Unterschied zum Schöpfer, Gott – gepriesen sei Er –, erläutern und die Natur der Seele und all ihre Kräfte erklären. Der Kreis wäre so weit, dass wir über die Formen sprechen müssten, von denen die Propheten sprachen und die sowohl dem Schöpfer als auch den Engeln angemessen sind. Wir würden dieses Thema umfassend und im Kontext betrachten. Hundert Seiten würden dafür nicht ausreichen – selbst in einer stark gekürzten Fassung. Und deshalb werde ich es seinem Platz überlassen, sei es in dem Buch der Predigten, das ich zu schreiben geplant habe, oder in den prophetischen Büchern, mit denen ich mich beschäftige, oder in dem Buch, das ich schreiben werde, um diese Grundsätze zu erläutern. Und Ich komme nun auf das Verständnis dieses siebten Prinzips zurück und sage, dass sich die Prophetie Moses, unseres Lehrers – Friede sei mit ihm –, in vierfacher Hinsicht von der Prophetie aller anderen Propheten unterscheidet: Erstens sprach Gott, gepriesen sei Er, zu jedem Propheten nur durch einen Mittler. Mose aber sprach ohne Mittler, wie es heißt: “Von Mund zu Mund werde ich mit ihm reden.” Zweitens empfing kein anderer Prophet prophetische Gaben, außer im Schlaf – wie es an vielen Stellen heißt: “im Traum in der Nacht”, “in einer Erscheinung in der Nacht” und Ähnliches – oder tagsüber, nachdem er in eine Trance gefallen war, in der alle seine Gefühle verschwanden und sein Denkvermögen uneingeschränkt zur Verfügung stand, wie im Traum. Dieser Zustand wird Erscheinung oder Vision genannt, und es heißt: “die Vision Gottes”. Und die [göttliche] Rede erging an Mose am Tag, während er zwischen den beiden Cherubim (des Heiligtums) stand, wie Gott, gepriesen sei Er, bezeugte: “Und ich werde dir dort begegnen” (2. Mose 25,22). Und Gott, gepriesen sei Er, sprach (4. Mose 12,6-8): “Wenn du prophetische Gaben haben willst usw., so ist es nicht mit meinem Knecht Mose […] Von Angesicht zu Angesicht werde ich mit ihm reden usw.” Und das Dritte ist, dass, wenn eine Prophezeiung zu einem [anderen] Propheten kommt – selbst wenn sie in einer Vision und durch einen Engel geschieht –, seine Kräfte schwinden, sein Körper verfällt und eine große Furcht ihn befällt; So sehr, dass ihn beinahe sein Lebensmut verließ, wie es in Daniel 10,8-16 berichtet wird, als der Engel Gavriel mit ihm sprach. Er sagte: “Da blieb keine Kraft mehr in mir, und mein Gesichtsausdruck wandelte sich zum Verderben, und ich hatte keine Kraft mehr.” Und er sagte: “Ich schlief auf meinem Gesicht, und mein Gesicht war zur Erde gerichtet.” Und er sagte: “Meine Schmerzen haben mich überwältigt.” Aber Mose – Friede sei mit ihm – war nicht so; denn wenn das göttliche Wort über ihn kam, ergriff ihn keine Furcht und kein Zittern, wie es in 2. Mose 33,11 heißt: “Und der HERR redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mensch mit seinem Nächsten redet.” Das heißt, so wie die Worte seines Freundes einen Menschen nicht erzittern lassen, so war auch Mose – Friede sei mit ihm –, dass er vor dem göttlichen Wort nicht zitterte, selbst wenn er ihm von Angesicht zu Angesicht gegenüberstand. Und dies liegt an der Stärke seines Verstandes, der sich, wie bereits erwähnt, an Gott klammerte. Viertens ruhte der Geist der Prophetie nicht auf allen Propheten nach ihrem Willen, sondern allein nach dem Willen Gottes, gepriesen sei Er. Denn siehe, es kam vor, dass ein Prophet Tage oder Jahre verweilte, ohne prophetische Gaben zu empfangen. Er blieb dann und bat den Schöpfer, Gott, gepriesen sei Er, um prophetische Mitteilung. Dieser wartete dann Tage oder Monate, bis er prophezeite, oder er erhielt keinerlei Mitteilung. Es gab auch Gruppen unter ihnen, die sich vorbereiteten und ihre Gedanken reinigten – wie Elisa, wie geschrieben steht (2. Könige 3,15): “Und nun hole mir einen Musiker!” – und ihnen wurde prophetisch zuteil. Doch es war nicht unbedingt so, dass sie genau zu dem Zeitpunkt prophezeiten, zu dem sie sich darauf vorbereitet hatten. Aber Mose, unser Lehrer – Friede sei mit ihm –, konnte jederzeit prophetische Gaben empfangen: Er sagte (4. Mose 9,8): “Wartet, und ich will hören, was der Herr euch gebietet.” Und es heißt (3. Mose 16,2): “Sprich zu deinem Bruder Aaron, dass er zu keiner Zeit zum Heiligtum kommen soll.” Die Weisen – ihr Andenken sei gesegnet – sagten (Sifra zu 3. Mose 16,2): “Aharon gehört zu denen, die nicht kommen sollen, aber Mose gehört nicht zu denen, die nicht kommen sollen.‘  היסוד השביעי
נבואת משה רבינו ע”ה והוא שנאמין כי הוא אביהם של כל הנביאים אשר היו מלפניו ואשר קמו מאחריו כלם הם תחתיו במעלה והוא היה הנבחר מכל מין האדם אשר השיג מידיעתו יתברך יותר מכל מה שהשיג או ישיג שום אדם שנמצא או שימצא וכי הוא ע”ה הגיע התעלותו מן האנושות עד המעלה המלאכותית ונכלל במעלת המלאכים לא נשאר מסך שלא קרעו ונכנס ממנו ולא מנעו מונע גופני ולא נתערב לו שום חסרון בין רב למעט ונתבטלו ממנו הכחות הדמיונות והחושיות והשגותיו ונבדל כח המתעורר המשתוקק ונשאר שכל בלבד ועל הענין הזה נאמר עליו שהיה מדבר עם הש”י בלא אמצעיות מן המלאכים. רצוני היה לבאר זה הענין הנפלא ולפתוח המנעול ממקראות התורה ולפרש טעם פה אל פה וכל הפסוק בזולתו מענינו לולא שראיתי שאלה הענינים יצטרכו לראיות רבות מאד והיינו צריכין להצעות רבות והקדמות ומשלים ושנבאר בתחילת מציאות המלאכים ושנוי מעלותיהן מן הבורא הש”י ושנבאר הנפש וכל כחותיה ויתרחב העגול עד שנדבר בצורות שזכרו הנביאים שראוי לבורא ולמלאכים ויכנס בזה שיעור קומה וענינו ולא יספיק בענין זה לבדו ואפילו יהיה מקוצר בתכלית הקצור מאה דפים ולפיכך אניח אותו למקומו אם בספר הדרשות שיעדתי לחברו או בספרי הנבואה שאני מתעסק בו או בספר שאחבר אותו בפירושי Nein היסודות: ואחזור לכוונת זה היסוד השביעי ואומר שנבואת משה רבינו הראשון כי איזה נביא שהיה לא דבר לו הש”י אלא על ידי אמצעי ומשה בלא אמצעי שנאמר פה אל פה אדבר בו. והענין השני כי כל נביא לא תבא לו הנבואה אלא כשהוא ישן כמו שאמר במקומות בחלום הלילה בחזיון לילה ורבים מענין זה או ביום אחר שתפול תרדמה על האדם בענין שנתבטלו ממנו כל הרגשותיו ונשאר מחשבתו פנויה כענין חלום וענין זה נקרא מחזה ומראה ועליו נאמר במראות אלקים ומשה יבא אליו הדבור ביום והוא עומד בין שני הכרובים כמו שיעידו הש”י ונועדתי לך שם ' הענין השלישי כי הנביא כשתבא אליו הנבואה ואע”פ שהוא במראה וע”י מלאך יחלשו כחותיו ויתקלקל בניינו ויגיע לו מורא גדול מאד כמעט שתצא רוחו ממנו כמו שאמר בדניאל [יוד] כשדבר גבריאל עמו במראה אמר ולא נשאר בי כח והודי נהפך עלי למשחית ולא עצרתי כח ואומר ואני הייתי נרדם על פני ופני ארצה ואומר במראה נהפכו עלי צירי ומשה ע’ה לא היה כן אבל יבא אליו הדבור ולא ישיגוהו רתת ורעדה בשום פנים כמו שנאמר (שמות ל״ג:י״א) ודבר ה' אל משה פנים אל פנים כאשר ידבר איש אל רעהו כלומר כמו שלא יארע לאדם חרדה מדבור חבירו כן היה הוא משה ע’ה לא היה חרד מן הדבור ואע”פ שהוא היה פנים בפנים וזה לחוזק דבקותו בשכל כמו שזכרנו:

4. Numeri 12:6-8

Und [Gott] sprach: “Hört diese meine Worte: Wenn Propheten des HERRN unter euch auftreten, offenbare ich mich ihnen in einer Vision, ich rede mit ihnen im Traum. Nicht so aber mit meinem Knecht Mose; er genießt Vertrauen in meinem ganzen Haus. Mit ihm rede ich von Angesicht zu Angesicht, deutlich und nicht in Rätseln, und er sieht das Ebenbild des HERRN. Wie konntet ihr dann nicht davor zurückschrecken, gegen meinen Knecht Mose zu reden!’וַיֹּ֖אמֶר שִׁמְעוּ־נָ֣א דְבָרָ֑י אִם־יִֽהְיֶה֙ נְבִ֣יאֲכֶ֔ם ה' בַּמַּרְאָה֙ אֵלָ֣יו אֶתְוַדָּ֔ע בַּחֲל֖וֹם אֲדַבֶּר־בּֽוֹ׃ לֹא־כֵ֖ן עַבְדִּ֣י מֹשֶׁ֑ה בְּכׇל־בֵּיתִ֖י נֶאֱמָ֥ן הֽוּא׃ פֶּ֣ה אֶל־פֶּ֞ה אֲדַבֶּר־בּ֗וֹ וּמַרְאֶה֙ וְלֹ֣א בְחִידֹ֔ת וּתְמֻנַ֥ת י ה' יַבִּ֑יט וּמַדּ֙וּעַ֙ לֹ֣א יְרֵאתֶ֔ם לְדַבֵּ֖ר בְּעַבְדִּ֥י בְמֹשֶֽׁה׃

5. Malbim, a.a.O.

Und [Gott] sprach: “Hört meine Worte. Wenn Propheten unter euch auftreten usw.: Die Weisen haben bereits (im Sifrei) erklärt, dass Gott sie über die Erhabenheit der Prophetie Moses informierte, die sich von allen anderen Propheten unterschied. Denn die Wahrnehmung der Prophetie durch alle anderen Propheten glich dem Blick durch eine trübe Linse, während die des seligen Moses dem Blick durch eine klare Linse glich. Ich habe (bezüglich der Vision vom brennenden Dornbusch und in der Parascha Ki Tissa) erklärt, dass Moses zwei Aspekte seiner Seele hatte. Für die Ebene der Prophetie vom Typ “trübe Linse” war Moses von Natur aus empfänglich, als Ausdruck seiner wahren Natur, ohne dass es einer Vorbereitung bedurfte. Um jedoch die Ebene der Prophetie vom Typ “klare Linse” zu empfangen, musste sich Moses vorbereiten; sie kam ihm nicht von selbst zu.“.ויאמר שמעו נא דברי, אם יהיה נביאכם ה'’ כבר בארו בספ' שבא להודיעם מעלת נבואת משה שנבדלה מכל הנביאים שכלם נבאו באספקלריא שאינה מאירה ומשה ע’ה נבא באספקלריא המאירה. ולפי דרכנו הנה בארתי (בפי' מראה הסנה ובפ' תשא), שמשה היה פי שנים ברוחו, שלנבואה באספקלריא שאינה מאירה היה מוכן בטבע מבלי שום הכנה, אמנם לנבואה באספקלריא המאירה לא היה מוכו בטבע והיה צריך לזה הכנה בין מעצמו בין מזכות ישראל

6. Sifrei, Numbers 153b

“Dies ist es, was [Gott geboten hat], usw.”, sagt uns der Vers, dass Mose zwar auch auf der Ebene von “So spricht Gott…” (die “unklare Linse”) prophezeite, wie alle anderen Propheten aber alle anderen Propheten mit der Ebene von “Dies ist es…” (die “klare Linse”) übertraf.זה הדבר – מגיד שכשם שנתנבא משה בכה אמר – כך נתנבא נביאים בכה אמר, ומוסיף עליהם זה הדבר

Von Rabbiner Tani Burton

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