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Gott im Himmel – und hier auf Erden

Was eine chassidische Lehre über die Macht des Handelns offenbart

Basierend auf einer Rede des Rebbe, 1984


Manchmal kann eine einzige Lehre uns die Augen für etwas Zeitloses öffnen – darüber, wer wir sind, was Gott für uns bedeutet und wie wir Heiligkeit in den Alltag einbringen.

In diesem Beitrag werden wir einen chassidischen Diskurs untersuchen, den der Rebbe 1984 während der freudigen Tage von Simchas Tora. Obwohl es kein langer oder übermäßig komplexer Vortrag ist, vermittelt er eine Botschaft, die sich zutiefst relevant anfühlt: wie das Göttliche nicht nur in spirituellen Gefühlen oder erhabenen Gedanken gefunden werden kann, sondern auch in den einfachen, greifbaren Handlungen des täglichen Lebens.

Diese Lehre lädt uns ein, die Welt – und unsere Rolle darin – mit neuen Augen zu sehen. Sie erinnert uns daran, dass Heiligkeit nicht irgendwo über den Wolken verborgen ist, sondern in all unser Handeln hier auf Erden eingewoben ist.

Die Frage: “Wo ist dein Gott?”

Die Diskussion beginnt mit einem kurzen Vers aus dem Buch der Psalmen (115,2):

“Warum sollten die Nationen fragen: ‘Wo ist euer Gott?’”

Und das jüdische Volk antwortet:

“Unser Gott ist im Himmel; was immer ihm gefällt, das tut er.”

Auf den ersten Blick klingt das einfach – doch hinter diesen wenigen Worten verbirgt sich eine tiefgründige philosophische Frage, die seit Generationen nachhallt.

Die Nationen der Welt fragen nicht, ob Gott existiert. Sie fragen etwas Subtileres:

“Wo ist dein Gott?“ Jetzt”Wir haben von den Wundern gehört, die euren Vorfahren – Abraham, Isaak und Jakob – widerfahren sind. Aber wir sehen das nicht bei euch. Wo ist die göttliche Gegenwart in eurem Leben heute?“

Es ist keine Frage des Unglaubens, sondern eine Frage der Wahrnehmung. Sie sehen die Juden und sehen gewöhnliche Leben, keine offenen Wunder. Sie fragen sich: Wenn Gott wirklich mit dir ist, warum ist es dann nicht sichtbar?

Zwei Arten, die Welt zu sehen

In der Antike glaubten viele Völker, dass die Verehrung Gottes bedeutete, spirituell zu sein – erhabene Gedanken zu hegen oder tiefe Gefühle zu empfinden. Für sie war Gott dem Himmel nahe, aber der Erde fern.

Ihrer Ansicht nach war die Schöpfung eine lange Kette von Ursache und Wirkung: vom Göttlichen über das Spirituelle zum Materiellen – mit einer klaren Trennlinie zwischen Himmel und Erde.
Der Einfluss Gottes, so sagten sie, ende in den spirituellen Bereichen. Die physische Welt sei einfach zu weit entfernt.

Sie kamen also zu dem Schluss:

“Wenn du mit Gott in Verbindung treten willst, erhebe dich über das Materielle. Denke, fühle, meditiere – aber mach dir keine Sorgen um die physische Welt. Sie ist zu niedrig für das Göttliche.”

Die jüdische Sicht: Schöpfung aus dem Nichts

Das Judentum sieht die Schöpfung anders.

Die Welt, so sagen wir, ist keine Kette von Ursachen – sie ist ein fortwährender Akt göttlichen Willens. Gott setzt die Schöpfung nicht nur in Gang; er bringt sie in jedem Augenblick ins Leben.

Das bedeutet, dass es keine wirkliche Trennung zwischen Himmel und Erde, zwischen dem Geistigen und dem Physischen.
Für Gd liegen sie gleichermaßen nahe beieinander.

Wenn also das jüdische Volk antwortet: “Unser Gott ist im Himmel; er tut, was ihm gefällt”, dann meint es Folgendes:

Gott wirkt im Himmel und auf Erden. Seine Gegenwart durchdringt jeden Winkel des Daseins.

Für das Unendliche gibt es kein “oben” und kein “unten”.

Das Wesen des Dienens Gottes

Diese Idee führt zu einem grundlegenden Unterschied in der Art und Weise, wie wir Gott dienen.

Wenn Gott nur im Geistigen gegenwärtig ist, dann würde ihm zu dienen bedeuten, zu denken und zu fühlen.
Wenn Er aber überall gegenwärtig ist – auch hier in der physischen Welt –, dann müssen wir Ihm dienen durch Aktion.

Das Judentum lehrt, dass Liebe, Glaube und Verständnis wichtig sind, aber nicht das Ziel. Die ultimative Verbindung zu Gott entsteht, wenn wir tun etwas – wenn wir Heiligkeit in die materielle Welt bringen.

Deshalb haben wir Mitzwot — Gebote, die mit physischen Dingen zu tun haben: das Anzünden der Schabbatkerzen, das Geben von Almosen, das Anlegen der Tefillin, das Essen von Matze. Jedes dieser Gebote verbindet Himmel und Erde.

Von Duftstoffen zu Ölen

Unsere Weisen beschreiben diesen Unterschied auf wunderschöne Weise.
Vor der Offenbarung der Tora waren die Taten unserer Vorfahren wie ein Duft — etwas Spirituelles und Erhabenes, aber Flüchtiges.

Nach der Offenbarung der Tora wurden die Gebote wie Öl — substanziell, dauerhaft und transformativ.

Ein Duft mag süß riechen, aber er verfliegt. Öl hingegen hält; es pflegt, zieht ein und verändert, was es berührt.

Genauso sind es unsere Taten – die Dinge, die wir physisch für Gott tun –, die die Welt wirklich verändern.

Warum Handeln wichtig ist

Es ist leicht zu sagen: “Ich liebe Gott.”
Es ist leicht gesagt: “Ich habe Mitleid mit anderen.”

Gefühle allein stillen weder den Hunger noch trösten sie die Einsamen. Man kann zwar sagen: “Ich fühle mit dir”, aber wenn man nicht hilft, sind die Worte bedeutungslos.

Das Judentum besteht darauf, dass Aktion Das ist es, was zählt.
Nicht nur Gedanken, nicht nur Gebete, nicht einmal Liebe – sondern das, was wir tatsächlich tun.

Denn durch unser Handeln bringen wir Gott in die Welt.

Die Botschaft des Rebbe

Als König Salomo den ersten Tempel erbaute, betete er:

“Der Herr, unser Gott, sei mit uns, wie er mit unseren Vorfahren war.”

Er bat um etwas Mächtiges – nicht nur darum, dass Gott sein Volk segnen möge, sondern dass seine Gegenwart wieder spürbar sein möge. sichtbar durch unsere Taten.

Dieses Gebet hallt noch heute nach. Jede Mizwa, jedes freundliche Wort, jeder Moment moralischen Mutes ist ein weiterer Schritt hin zu einer Welt, in der das Göttliche wohnt.

Die Antwort auf die Frage

Wenn also die Nationen fragen: “Wo ist euer Gott?”
Die jüdische Antwort ist einfach – und doch unendlich:

Gott ist im Himmel und er ist hier auf Erden.
Im Lichte unseres Glaubens und in der Arbeit unserer Hände.
In unseren Gebeten und in unseren Taten.

Wir finden ihn nicht nur im Herzen oder im Verstand, sondern auch im Aktion das Heiligkeit in den Alltag bringt.

Das Wichtigste ist die Tat.

Glaube und Liebe sind schön.
Doch ohne Handeln bleiben sie unvollständig.

Das Judentum lehrt, dass Gott nicht allein in unseren Gedanken zu finden ist, sondern auch in dem, was wir tun. tun.

So begegnet der Himmel der Erde.
So findet das Unendliche im Endlichen ein Zuhause.
Und so beantworten wir die Frage – nicht mit Worten, sondern mit Taten.

“Hauptsache ist die Tat.”

Mit Dank an Rabbi Tuvia Serber für Der Vortrag und das Feedback.



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