בס "ד

EIN GEDANKE ÜBER PARSHAT MIKETZ 5786

“Nehmt einige der besten Früchte des Landes in eure Taschen und bringt dem Mann ein Geschenk mit: etwas Balsam, etwas Honig, Gummi, Labdanum, Pistazien und Mandeln.”
(Genesis 43:11)

Als Jakob, hier Israel genannt, seine Söhne nach Ägypten zurückschickt, um Lebensmittel zu kaufen, gibt er ihnen einen ungewöhnlichen Rat: Sie sollen dem Mann ein kleines Geschenk mitbringen. Nichts Großes oder Prunkvolles, nur “ein wenig Balsam und ein wenig Honig”.”

Warum ein so bescheidenes Opfer? Und warum war es überhaupt nötig? Lasst uns diesen Moment durch die Linse klassischer und chassidischer Kommentare betrachten und sehen, wie er das ewige Gleichgewicht offenbart zwischen Bitachon (Vertrauen in Gott) und hishtadlus (menschliche Anstrengung).

Klassische Kommentare – Respekt und Aufrichtigkeit

Die Tora-Kommentatoren bieten eine Reihe von Erklärungen an:

Bis zu diesem Zeitpunkt scheinen Jakobs Ratschläge praktisch und diplomatisch gewesen zu sein.

Netivot Shalom – Bitachon und Hishtadlus in Harmonie

Der Netivot Shalom liest Jakobs Worte: “Wenn es so sein muss, dann tue dies” (אִם כֵּן אפוא זאת עשו) als eine tiefgreifende Aussage darüber hishtadlus und Bitachon.

Jakob erkannte, dass die Situation menschliches Eingreifen erforderte. Seine Söhne mussten nach Ägypten zurückkehren. Es gab keine andere Wahl.

Seine Reaktion zeugt jedoch von vollkommener spiritueller Ausgeglichenheit:

“Wenn uns der Himmel gezeigt hat, dass ein Handeln erforderlich ist, lasst uns tun, was getan werden muss, nicht mehr und nicht weniger.”

Deshalb trug er ihnen auf, etwas Balsam und etwas Honig mitzubringen. Gerade genug, um ihren Teil zu erfüllen, ohne sich übermäßig auf menschliche Kraft zu verlassen. Jakobs tiefes Mitgefühl erlaubte ihm, mit besonnener Entschlossenheit zu handeln.. Er wusste, dass wahrer Erfolg nicht von der Gabe selbst, sondern von Haschems Segen kommt.

Das bescheidene Opfer wurde zum Symbol für dieses Gleichgewicht: Tue, was du kannst, aber vertraue vollkommen darauf, dass das Ergebnis in Gottes Händen liegt.

Rabbi Menachem von Lubawitsch – Natürliche und übernatürliche Anstrengung

Rabbi Menachem Mendel von Lubawitsch betont, dass ein Mensch handeln muss. zwei Ebenen: die natürliche Ebene, das Streben nach den Wegen der Natur, und die übernatürliche Ebene, das Vertrauen auf Gott. Streben (hishtadlus) ist für uns, begrenzte Geschöpfe, während Vertrauen (Bitachon) befindet sich in dem, was über der natürlichen Ordnung liegt.

Beides ist unerlässlich: Man kann sich nicht allein auf Wunder verlassen, sondern muss auch im Rahmen seiner Möglichkeiten handeln. Jemand, der krank ist, muss beispielsweise zum Arzt gehen und gleichzeitig fest darauf vertrauen, dass Gott ihn heilen wird. Diese Lehre veranschaulicht auf wunderbare Weise das Gleichgewicht, das Jakob mit seiner bescheidenen Gabe bewies: Handle im Rahmen deiner menschlichen Möglichkeiten und überlasse das endgültige Ergebnis Gott.

Der Noam Elimelech – Das Manna als Vorbild

Noam Elimelech sieht eine ähnliche Idee in der Geschichte vom Manna:

“Siehe, ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen, und das Volk soll hinausgehen und sich täglich seinen Tagesanteil sammeln.” (2. Mose 16,4)

Das Manna repräsentiert Reinheit Bitachon—Brot, das buchstäblich vom Himmel fiel. Dennoch wurde den Menschen befohlen, es aufzusammeln – eine minimale Handlung. hishtadlus. Gott hätte sie mühelos ernähren können, aber er wollte lehren, dass Vertrauen nicht Passivität bedeutet. Selbst wenn alles vom Himmel kommt, müssen wir dennoch aktiv werden – handeln, sammeln, es versuchen.

Das stets gegenwärtige Gleichgewicht im Judentum

Das jüdische Denken kehrt immer wieder zu dieser heiklen Spannung zurück:

Rabbi Yisrael Salanter hat es perfekt ausgedrückt:

“Behandle Bitachon, als gäbe es kein Hishtadlus, und handle nach Hishtadlus, als gäbe es kein Bitachon.”

Rabbi Jonathan Sacks sel. A. formulierte es anders:

“Das Judentum glaubt an das Prinzip ein somchin al hanes; Wir dürfen uns nicht auf Wunder verlassen. Gott erwartet von uns, dass wir Verantwortung übernehmen.”

Der Talmud (Megilla 6b) drückt es einfach aus:

“Wenn jemand sagt: ‘Ich habe nicht gearbeitet und doch Erfolg gehabt’, glaube ihm nicht. Wenn jemand sagt: ‘Ich habe gearbeitet und Erfolg gehabt’, glaube ihm.”

Anstrengung garantiert zwar keinen Erfolg, ist aber im Rahmen unserer Partnerschaft mit Gd erforderlich.

Anwendung dieser Erkenntnisse auf unser Leben

Jakob lebte auf einer hohen spirituellen Ebene. Für ihn genügte schon eine kleine Gabe. Seine Verbindung zu Haschem war so stark, dass selbst eine minimale Geste ihm als Geschenk dienen konnte. hishtadlus.

Die meisten von uns müssen mehr Anstrengung investieren: sich um eine Stelle bewerben, sich auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten, für die Prüfung lernen, Beziehungen pflegen. Doch selbst während wir handeln, dürfen wir nicht vergessen, dass unser Erfolg nicht unser eigenes Werk ist – er ist ein Geschenk Gottes.

Wie Sara Eiseman so treffend schreibt:

“Hishtadlus bedeutet nicht, dass wir das Ergebnis kontrollieren. Es bedeutet, dass wir das tun, was Haschem von uns will, im Wissen, dass nur Er bestimmt, was geschehen wird.”

Unsere Aufgabe ist es, durch unser Handeln das Gefäß zu bauen – und dann darauf zu vertrauen, dass Haschem es mit Segen füllen wird.

Ein kleines Geschenk, eine große Lektion

Jakobs kleines Päckchen mit Honig und Balsam ist nicht nur eine uralte Geste der Diplomatie. Es ist eine zeitlose Lektion in spirituellem Gleichgewicht. Zu wenig hishtadlus wird zu Faulheit. Zu wenig Bitachon wird zu Arroganz. Zwischen ihnen liegt der Weg Israels – ein Leben des Handelns, das im Glauben verwurzelt ist.

“Ein wenig Balsam, ein wenig Honig.”
Gerade genug, um zu handeln. Und genug Raum, damit Gott segnen kann.

Von Angelique Sijbolts
Mit Dank an Rabbi Moshe Bernstein für das Feedback

Quellen

Sefaria





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