“Ich ergriff die beiden Tafeln, warf sie mit beiden Händen weg und zerbrach sie vor deinen Augen” (Deuteronomium 9,17).

Dem Talmud zufolge wurden die Bruchstücke der zerbrochenen Tafeln eingesammelt und zusammen mit den neuen Tafeln, die sie ersetzten, in den Ladekasten gelegt (Berachot 8b). Der Talmud lehrt an dieser Stelle, dass wir darauf achten müssen, einen Ältesten, der aufgrund von Umständen, die er nicht beeinflussen konnte, sein Tora-Wissen vergessen hat, weiterhin zu respektieren. Auch wenn er nicht mehr im Amt ist, … Als Toragelehrter muss er dennoch für die Tora, die er einst besaß, respektiert werden.

Rabbi Efrem Goldberg vermittelt eine weitere wichtige Lehre, die auf dieser talmudischen Aussage basiert: Unsere Fehler und Misserfolge sollten nicht verdrängt und vergessen werden. Wir können nur wachsen, wenn wir uns an diese schmerzhaften Erfahrungen erinnern und die daraus gewonnenen Erkenntnisse als Sprungbrett für unseren Erfolg nutzen.

Der weise König Salomo schrieb, dass ein Gerechter siebenmal hinfällt und wieder aufsteht (Sprüche 24,16). Laut Rav Yitzchak Hutner geht es dabei nicht darum, dass es in der Natur eines Gerechten liegt, nach Misserfolgen einfach wieder aufzustehen. Vielmehr lehrt uns Salomo den Weg zur Gerechtigkeit: indem wir aus unseren Fehlern lernen und sie als Anstoß für persönliches Wachstum nutzen.

Von Rabbiner Michael Skobac

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