Haschem sprach zu Mose: Geh hinab! Denn dein Volk, das du aus dem Land Ägypten heraufgeführt hast, ist verdorben… sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht! Sie beugten sich davor nieder und opferten ihm…” (Exodus 32,7-8).
Mose steigt mit den beiden Tafeln in den Händen vom Berg herab und ist so entsetzt über das, was er sieht, dass er die Tafeln am Fuß des Berges zerschmettert (Vers 19).
Es ist schwer zu verstehen, warum Moses so erschüttert war über das, was er sah, da Gott ihm doch genau gesagt hatte, was die Menschen taten. Warum war er so schockiert?
Tatsächlich hat Gott ihm nicht genau gesagt, was vor sich ging. Liest man den Text dessen, was Mose tatsächlich sieht, findet man ein Wort, das in Gottes Beschreibung der Geschehnisse nicht vorkommt:
“Und als er sich dem Lager näherte, sah er das Kalb und den Tanz. Da entbrannte Moses’ Zorn, und er schleuderte die Tafeln aus seinen Händen und zerbrach sie am Fuß des Berges“ (32,19).
Laut Kommentatoren wie R' Ovadiah Sforno war es das Tanzen! Es war eine Sache, dass die Leute etwas Falsches taten – aber dass sie dabei auch noch Gefallen fanden und ihre Sünde feierten – das war zu viel für Moses.
Der Talmud legt nahe, dass das jüdische Volk in der Purim-Geschichte der Vernichtung durch Haman ausgesetzt war, weil es sich auf der von Achaschwerosch veranstalteten Feier vergnügte (Megilla 12a).
Die Kommentare weisen darauf hin, dass man ihnen hätte verzeihen können, wenn sie einfach essen gegangen wären, weil es gefährlich gewesen wäre, nicht zu gehen. Aber sie hatten kein schlechtes Gewissen, gehen zu müssen – sie amüsierten sich prächtig! Genau das war das Problem.
Von Rabbiner Michael Skobac
© Copyright, alle Rechte vorbehalten. Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, ermutigen wir Sie, ihn weiter zu verbreiten.
Unsere Blogs können Texte/Zitate/Referenzen/Links enthalten, die urheberrechtlich geschütztes Material von Mechon-Mamre.org, Aish.com, Sefaria.org, Chabad.orgund/oder FragNoah.orgdie wir in Übereinstimmung mit ihren Richtlinien verwenden.