26. Tisrei – 11. Oktober 2023

Gott hatte unmissverständlich klargemacht, dass der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse nicht gegessen werden dürfe und dass man “an dem Tag, an dem man davon isst, des Todes sterben wird” (1. Mose 2,17). Wenn dem so war, wie konnte die Schlange dann einfach behaupten, sie könne Eva sagen: “Ihr werdet gewiss nicht sterben!” (1. Mose 3,4)? Das ist doch absurd dreist.

Der Gaon von Wilna erklärte, dass wir niemals sündigen würden, wenn wir klar denken und Klarheit besitzen. Wir lassen zu, dass unser Denken getrübt wird, sodass wir in die falsche Richtung abdriften können. So interpretierte er Haschems Worte an Kain: Wenn du ihr eine Gelegenheit gibst, wird die Sünde zuschlagen (1. Mose 4,7).

Eva bot der Schlange genau diese Gelegenheit, und deshalb glaubte sie, ungestraft Gottes klare Aussage dreist zu widersprechen. Sie begann mit einer bohrenden Frage an Eva: “Stimmt es, dass Gott gesagt hat, ihr dürft von keinem der Bäume im Garten essen?” (3,1) Eva antwortete: „Wir dürfen von den Früchten der Bäume im Garten essen – aber von den Früchten des Baumes in der Mitte des Gartens, von dem Gott gesagt hat, dürft ihr weder essen noch ihn berühren, damit ihr nicht sterbt.“ (3,2-3)

Gott hatte unmissverständlich erklärt, dass sie dem Tod gewiss unterworfen sein würden. Evas Darstellung ist weniger klar – „damit ihr nicht sterbt“. Fast so, als ob sie sagen wollte: „Vielleicht werdet ihr sterben.“ Indem Eva ihren Fokus und ihre Klarheit verlor, bot sie der Schlange eine Gelegenheit, sich kühn einzuschleichen.

Rav Noach Weinberg prägte einen berühmten Ausspruch von Patrick Henry und betonte, unser Lebensmotto müsse lauten: „Gib mir Klarheit oder gib mir den Tod!“ Dies muss in unserem Leben unbedingt Priorität haben. Wir müssen uns dringend darüber im Klaren sein, wer wir sind, wofür wir leben und wie wir unsere Ziele erreichen werden. Nur diese Klarheit bewahrt uns davor, von der Flut der Verwirrung in der Welt um uns herum abgelenkt und verwirrt zu werden.


Von Rabbiner Michael Skobac

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