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Die Vorstellung der ewigen Verdammnis ist kein jüdisches Konzept und stammt nicht aus der Tora. Das gängige kulturelle Bild der Hölle ist eher eine Mischung aus antiken Weltanschauungen, die Dämonen, Unterwelten und Höllenfeuer beinhalten. Vieles davon hat keine Wurzeln in der jüdischen Lehre.
Die Tora lehrt “אין עוד מלבדו” (ein od milvado) – es gibt niemanden außer Gott. Das bedeutet, dass die in anderen Religionen verbreitete Dualität von Gut und Böse eine Illusion ist. Gott ist vollkommen gut, und alles, was er tut, ist gut. Auch wenn uns die Dinge in getrennte Kategorien eingeteilt erscheinen mögen, wird letztlich alles von Gott gelenkt. Die Vorstellung eines rebellischen Engels, der seine eigene Macht erschafft, wie sie in anderen Traditionen zu finden ist, steht im Widerspruch zum jüdischen Glauben.
Im Judentum kann die Offenbarung von Gottes Einheit und Herrlichkeit auf zwei Wegen erfolgen: durch die Belohnung der Gerechten oder durch die Bestrafung der Bösen. Beide Ergebnisse dienen der Heiligung von Gottes Namen. Ob jemand für gute Taten belohnt oder für Fehlverhalten bestraft wird, beide Wege bekräftigen Gottes Gerechtigkeit und Souveränität.
Es gibt also keine wirkliche Dualität in der Schöpfung. Sollte es eine Strafe nach dem Tod geben, so ist sie nicht dazu gedacht, einen Menschen ewig zu quälen. Vielmehr kennt das Judentum ein Konzept, das dem Fegefeuer ähnelt. Diese Phase wird als ein Prozess verstanden, in dem ein Mensch von dem Schaden gereinigt wird, den er zu Lebzeiten angerichtet hat. Auch wenn diese Zeit mit Leiden verbunden sein mag, ist sie letztlich eine Form der Wiederherstellung, vergleichbar mit der sorgfältigen Restaurierung eines alten Gegenstands. Der Gedanke der Erneuerung berührt uns Menschen zutiefst.
Strafe, ob in dieser Welt oder im Jenseits, dient dazu, den Menschen in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuführen, nicht ihn ewiger Qual auszusetzen. Das Ziel ist nicht endloses Leiden, sondern Läuterung. Alles kommt von Gott, und alles zielt darauf ab, uns zu Ihm zurückzuführen.
Wie es in Psalm 139 heißt: “Steige ich hinauf zum Himmel, so bist du da; bette ich mich in die Tiefe, so bist du auch da.” Dies verdeutlicht, dass Gott allgegenwärtig ist, sowohl in den höchsten Höhen als auch in den tiefsten Tiefen. Die Vorstellung, es gäbe Orte oder Situationen, in denen Gott nicht anwesend sei, ist schlichtweg falsch. Gott ist in jeder Situation gegenwärtig, sei es in einem hellen, erleuchteten Umfeld oder in einem dunklen, einsamen Raum.
Selbst das Konzept von Gehinnom, der jüdischen Interpretation einer vorübergehenden Hölle, dient eher der Reinigung und der Annäherung der Seele an Gott als der Zufügung ewigen Leidens.
Von Rabbiner Tani Burton
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