2. Tammuz 5783 – 21. Juni 2023

“Und Korach nahm … und Dasan und Abiram, die Söhne Eliabs, und On, den Sohn des Peles, die Söhne Rubens. Und sie traten vor Mose …”

Unsere Weisen lehren in Pirkei Avot (5:17): “Jeder Streit, der um des Himmels willen geführt wird, hat bleibenden Wert. Ein Streit aber, der nicht um des Himmels willen geführt wird, hat keinen bleibenden Wert. Was ist ein Beispiel für einen Streit, der um des Himmels willen geführt wird? Die Streitigkeiten zwischen Hillel und Schammai.“ des Himmels? Der Streit zwischen Korach und seiner Gefolgschaft.”

Der letzte Satz dieser Mischna ist offensichtlich problematisch. Zunächst erwähnt die Mischna Hillel und Schammai, die im Lehrhaus unterschiedliche Ansichten vertraten. Daher hätte der spätere Teil der Mischna Korach und Mose als die Kontrahenten nennen müssen, anstatt Korach und seine Gefolgschaft.

Laut dem Malbim vermittelt dieser Streit eine tiefgründige Erkenntnis. Wenn es um den Himmel geht, sind beide Seiten in ihrem gemeinsamen Streben nach spirituellen Zielen und der höchsten Wahrheit vereint. Ein Konflikt hingegen, der nicht dem Himmel dient, ist ein Kampf um persönlichen Vorteil und Eigennutz. Die Rebellen selbst sind in Wahrheit zerstritten, weil sie alle egoistisch nur ihre eigenen Ambitionen verfolgen. Der Streit fand also in Wirklichkeit zwischen Korach und seinen Mitverschwörern statt und diente gewiss nicht dem Himmel.

Dies hilft uns, eine Besonderheit der ungewöhnlichen Konstruktion der ersten beiden Verse dieser Parascha zu verstehen. Das hebräische Wort für ‘nahm’ ist hier ‘vayikach’, die Singularform des Verbs. Da jedoch drei weitere Personen bei ihm sind, hätte die Pluralform „va'yikchu“ verwendet werden müssen. Im zweiten Vers wird hingegen die Pluralform für „aufstehen“ – „va'yakumu“ – verwendet, da hier von der Gruppe die Rede ist, die sich gegen Mose erhebt.

Rabbi Tzvi Hirsch Kalischer erklärt, dass die Tora hier die Singularform des Verbs ’nahm‘ verwendet, um zu betonen, dass jeder der Rebellen nur an sich selbst dachte. Sie bildeten keine wirkliche, geeinte Gruppe.


Von Rabbiner Michael Skobac

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