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In der Tora-Lesung dieser Woche lesen wir über die letzten Lebensjahre Jakobs. Unsere Weisen lehren uns, dass seine letzten 17 Jahre die besten seines Lebens waren. Die Frage ist: Warum? Er konnte sein volles Potenzial erst dort entfalten.
Die Tora-Lesung dieser Woche heißt: Vayechi (“Und er lebte”), und es geht um die letzten Lebensjahre Jakobs, unseres Stammvaters. Wenn Sie die Lesungen der vergangenen Wochen verfolgt haben, wissen Sie, dass Jakob und seine ganze Familie vom Land Kanaan in das Land Ägypten zogen, das man Ägypten nennt. Mitzrayim Auf Hebräisch. Warum? Weil in Kanaan eine schreckliche Hungersnot herrschte und Jakob erfuhr, dass sein geliebter Sohn Josef noch lebte und als Vizekönig von Ägypten amtierte. Da Josef nun eine Machtposition innehatte, zog die Familie nach Ägypten, wo es dank Josefs Weitsicht und seinen Vorräten reichlich Nahrung gab. Er ernährte seinen Vater, seine Brüder und deren Familien in dieser schweren Zeit.
Interessanterweise gibt es einen Kommentar, der sich auf die letzten 17 Jahre von Jakobs Leben konzentriert, die er in Ägypten verbrachte. Die Tora lehrt uns, dass dies in Wahrheit die besten Jahre seines Lebens waren. Aber wie sollen wir das verstehen??
Einblicke in die besten Jahre von Jakobs Leben
- Zahlenwert von “Tov” (gut): Im Hebräischen hat jeder Buchstabe einen Zahlenwert. Das Wort tov (טוב), was “gut” bedeutet, ergibt in der Quersumme 17. Dies deutet darauf hin, dass die letzten 17 Jahre, die Jakob in Ägypten verbrachte, tatsächlich die besten Jahre seines Lebens waren.
- Familienzusammenführung: In diesen Jahren wurde Jakob mit seinem geliebten Sohn Joseph wiedervereint und lebte harmonisch mit seiner Familie zusammen. Diese Einheit trug zur Freude und Erfüllung seiner letzten Jahre bei.
Analysiert man jedoch den Kontext, stößt man auf ein Paradoxon. Ägypten galt unseren Weisen zufolge damals als der perverseste und korrupteste Ort der Welt. Darüber hinaus … Mitzrayim ist mit dem hebräischen Wort verwandt Meizarim (מצרים), was “Unterdrückung” oder “Beschränkungen” bedeutet. Wie konnte Jakobs seine besten Jahre an einem solchen Ort verbringen, insbesondere da Kanaan, das Land seiner Vorfahren, spirituell erhaben und heilig war?
Eine ausführlichere Erklärung
Der Zweck der Schöpfung gibt Aufschluss über diese Frage. Eine Erklärung unserer Weisen und der Midrasch ist, dass Gott die Welt so erschaffen hat, dass sie einen Wohnort in den niedrigsten Bereichen hat – der physischen, “niedrigen” Welt, und nicht in den spirituellen Welten, in denen seine Gegenwart bereits offenbart ist.
Warum ist das bedeutsam? Offenbarung, wie wir sie verstehen, beinhaltet oft einen Abstieg. Denken Sie an einen Lehrer, der ein tiefgründiges Konzept vereinfachen muss, um es seinen Schülern verständlich zu machen. Dieses “Herabsenken” oder “Verbergen” der eigenen Tiefe ist notwendig, um effektiv zu kommunizieren. Ähnlich verhält es sich mit Gottes Offenbarung in spirituellen Bereichen wie Gan Eden (Paradies), wo seine Gegenwart offen erfahrbar ist; auch hier geht es um einen “Abstieg” Gottes.
Doch in der physischen Welt – wo Gottes Gegenwart verborgen ist – besteht das Potenzial für eine noch größere Offenbarung. Wenn die Menschen diese Welt verfeinern und ihr spirituelles Potenzial entfalten, Wesen von
Gott kann sich auf eine Weise offenbaren, die das in höheren, spirituellen Sphären Mögliche übersteigt. Deshalb sagt die Tora, dass Jakobs beste Jahre in Ägypten waren. Inmitten der Enge und Unterdrückung Ägyptens konnte Jakob den höchsten Zweck der Schöpfung erfüllen: die Göttlichkeit unter den unwahrscheinlichsten und schwierigsten Umständen zu offenbaren.
Praktische Anwendung für unser Leben
Diese Idee hat tiefgreifende Auswirkungen auf unser eigenes Leben. Die Herausforderungen und Schwierigkeiten, denen wir begegnen – unsere persönlichen “Mitzrayim” – sind nicht zufällig. Sie sind der Ort, an dem unsere wahre Bestimmung liegt. In Momenten der Not, wenn wir uns eingeschränkt, unterdrückt oder festgefahren fühlen, haben wir die Möglichkeit, unser tiefstes Potenzial zu entdecken. Durch diese Kämpfe können wir das tiefgreifendste persönliche Wachstum und die engste Verbindung zu Gott erfahren.
So paradox es auch klingen mag, der Sinn des Lebens besteht oft darin, sich durch schwierige Zeiten zu kämpfen, um zu einer höheren Ebene aufzusteigen. Genau wie Jakob seine besten Jahre im Herzen Ägyptens erlebte, können auch wir unsere Herausforderungen in Gelegenheiten für göttliche Offenbarung verwandeln.
Dieser Gedanke erinnert uns daran, dass alles im Leben Teil von Gottes Plan ist, der uns helfen soll, unser wahres Potenzial zu entfalten. Möge uns das Verdienst zuteilwerden, mit dem Kommen des Messias bald in unseren Tagen die endgültige Offenbarung von Gottes Wesen zu erleben.
Vortrag von Rabbi Tuvia Serber
Die obige Darstellung zeigt den gesprochenen Text, der in geschriebenen Text umgewandelt wurde.
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