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Parascha Reeh
In der Tora-Lesung dieser Woche deutet ein Vers darauf hin, dass wir Gott folgen müssen. Auch wenn die einfache Bedeutung darin besteht, seine Gebote zu befolgen, gibt es eine tiefere Erklärung.
Basierend auf Maamarim Katzarim des Alter Rebbe, S. 116


Wie folgt man Gott eigentlich?

Eines der zentralen Themen im Wochenabschnitt der Tora, Re'eh—ein hebräisches Wort, das “sehen” oder “schauen” bedeutet — ist das Konzept des falschen Propheten.

Die Tora lehrt, dass jemand im Namen Gottes auftreten, Zeichen oder sogar Wunder vollbringen und behaupten kann, mit göttlicher Autorität zu sprechen. Wenn diese Person dann aber sagt: “Lasst uns anderen Göttern dienen” oder zu Götzendienst oder etwas anderem aufruft, das Gottes Geboten widerspricht, wissen wir sofort, dass diese Person ein falscher Prophet ist.

Warum? Weil Gottes Wahrheit niemals Gottes eigener Tora widerspricht.

Die Tora gibt dann eine eindringliche Anweisung:

“Du sollst dem Herrn, deinem Gott, folgen.”

Auf den ersten Blick erscheint dies einfach. Gott zu folgen bedeutet, seine Gebote zu befolgen. Für das jüdische Volk umfasst dies die 613 Mizwot. Für Nichtjuden bedeutet es, die Sieben Noachidischen Gebote und ihre praktische Anwendung gewissenhaft zu befolgen.

Aber vielleicht verbirgt sich in diesen Worten eine noch tiefere Bedeutung.

Was bedeutet es, Gott zu folgen?

Die Tora spricht so, als ob Gott vor uns herginge und wir eingeladen wären, ihm zu folgen. Natürlich ist dies nicht wörtlich gemeint. Vielmehr verweist es auf etwas viel Tieferes: ein Leben zu führen, das uns in tiefer Verbundenheit mit Gott bringt.

Wie können wir das tun?

Eine Möglichkeit, dies zu verstehen, besteht darin, die Welt nach dem Sündenfall von Adam und Eva zu betrachten. Seit dem ersten Ungehorsam der Menschheit ist die Schöpfung zu einer Mischung aus Gut und Böse geworden. Jeder Gegenstand, jede Erfahrung und jede Situation enthält Elemente von beidem.

Unsere Aufgabe ist es, zu lernen, das Böse abzulehnen und das Gute anzunehmen.

Auf der Suche nach dem göttlichen Funken

Gott lenkt die Schritte jedes Menschen. Das bedeutet, dass wir überall, wo wir uns befinden, die Möglichkeit haben, etwas von ihm zu entdecken.

Jede Situation – selbst die schwierigste – birgt einen verborgenen Sinn.

Oft erkennen wir den Sinn einer Erfahrung erst, nachdem wir sie durchgestanden haben. Im Rückblick beginnen wir zu verstehen, warum wir sie erlebt haben und wie sie zu unserem persönlichen oder spirituellen Wachstum beigetragen hat.

Gott zu folgen bedeutet also mehr als nur Gebote zu halten. Es bedeutet, zu lernen zu fragen:

Diese Fragen helfen uns, den göttlichen Funken zu entdecken, der in jeder Situation verborgen liegt.

Hinter die Oberfläche blicken

Selbst die schmerzhaftesten Situationen bergen Möglichkeiten für Wachstum, Weisheit, Mitgefühl oder tieferen Glauben.

Auch die angenehmen Erfahrungen des Lebens bergen eine Herausforderung. Körperliches Vergnügen kann leicht in den Mittelpunkt rücken und uns vom höheren Sinn hinter Gottes Gaben ablenken.

Nehmen wir zum Beispiel Essen.

Essen bereitet uns zweifellos Freude, doch sein tieferer Sinn ist nicht bloß Genuss. Es schenkt uns die Kraft und Energie, die wir brauchen, um ein sinnvolles Leben zu führen, Gott zu dienen und seine Gebote zu erfüllen. Wenn wir diesen höheren Sinn erkennen, erheben wir etwas Gewöhnliches zu etwas Spirituellem.

Das gleiche Prinzip gilt für alle Lebensbereiche.

Auf Gottes Führung vertrauen

Manchmal begegnen wir Leid oder unerwarteten Schwierigkeiten. In solchen Momenten fragen wir uns natürlich: “Warum geschieht das?”

Auch wenn wir nicht immer sofort Antworten erhalten, lädt uns der Glaube dazu ein, darauf zu vertrauen, dass Gott uns nicht verlassen hat. Er mag uns etwas lehren, unseren Charakter formen oder uns darauf vorbereiten, jemandem zu helfen, der eines Tages vor einer ähnlichen Herausforderung stehen wird.

Gott zu folgen bedeutet, darauf zu vertrauen, dass er unsere Schritte lenkt, auch wenn wir noch nicht sehen können, wohin der Weg führt.

Es bedeutet, über den Schein hinauszublicken und zu fragen, was Gott mit jeder Begegnung, jedem Segen und jeder Herausforderung erreichen will.

Eine tägliche Übung

Gott zu folgen bedeutet nicht nur, seine Gebote zu befolgen, so wichtig das auch ist. Es bedeutet auch, eine spirituelle Vision zu entwickeln – hinter die Oberfläche jeder Situation zu blicken und Gottes Absicht darin zu erkennen.

Jeder Tag bietet neue Gelegenheiten zum Fragen:

Wenn wir beginnen, uns mit diesen Fragen auseinanderzusetzen, entdecken wir, dass die Nachfolge Gottes nicht bloß ein Ziel ist. Sie ist eine Art, die Welt zu sehen.

Und je mehr wir lernen, seine Gegenwart in jeder Situation zu erkennen, desto enger wird unsere Verbindung zu ihm.

Guten Schabbat.

Vortrag von Rabbi Tuvia Serber


Die obige Darstellung zeigt den gesprochenen Text, der in geschriebenen Text umgewandelt wurde.

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