בס "ד


Ein Weg zur spirituellen Erfüllung

Dankbarkeit ist mehr als nur ein höfliches “Danke” – sie ist eine starke Kraft, die unsere Lebenseinstellung prägt, unsere Beziehungen vertieft und uns mit dem Göttlichen verbindet. In der jüdischen Tradition ist Dankbarkeit nicht bloß eine emotionale Reaktion, sondern ein moralisches Fundament, das sowohl den Einzelnen als auch die Gesellschaft als Ganzes erhebt.

Dankbarkeit gegenüber den Eltern und dem Großvater

Dankbarkeit gegenüber unseren Eltern ist tief in der jüdischen Tradition verwurzelt. Sie ist eine der stärksten Arten, Dankbarkeit auszudrücken. Unsere Eltern versorgen uns mit allem, was wir brauchen, und ihre Liebe und Fürsorge sind grundlegend für unsere Entwicklung. Ihre Güte anzuerkennen, erleichtert es uns, auch Gott gegenüber Dankbarkeit zu empfinden und auszudrücken.

Dankbarkeit gegenüber Gott, dem Ursprung allen Seins, wächst, wenn wir lernen, diese Dankbarkeit in unserem Alltag zu erkennen und zu pflegen. So wie wir unseren Eltern für ihre Gaben dankbar sind, müssen wir auch anerkennen, dass alles Gute, das wir empfangen, letztlich von Gott kommt. Diese Erkenntnis ist das Fundament unserer spirituellen Verbindung zum Schöpfer.

Dankbarkeit als moralisches Fundament

Die Weisen lehren uns, dass das Erkennen des Guten eines der wichtigsten ethischen Prinzipien ist. Wenn wir Dankbarkeit kultivieren, öffnen wir unser Herz für die Erkenntnis, dass alles, was wir empfangen – ob von Menschen oder von Gott – ein Geschenk ist. Es ist wesentlich zu verstehen, dass selbst die kleinsten Akte der Freundlichkeit von anderen letztlich von Gott kommen. Dieses Bewusstsein fördert Demut, stärkt Beziehungen und inspiriert uns, etwas zurückzugeben.

Die göttliche Gabe der Dankbarkeit

Wahre Dankbarkeit reicht weit über materielle Güter hinaus. Die Tora erinnert uns im Kontext des Schabbats an die höchste Form der Dankbarkeit. Der Schabbat dient als wöchentliches Gedenken an Gottes Schöpfungsgeschenk. Er ruft uns auf, innezuhalten und über die Heiligkeit des Lebens nachzudenken und uns bewusst zu machen, dass alles, was wir haben, ein Geschenk Gottes ist. Ohne dieses Bewusstsein erschiene uns das Leben leer, egal wie viele weltliche Freuden wir anhäufen mögen. Doch ein Leben voller Dankbarkeit für das Göttliche wird wahrhaft bedeutungsvoll und erfüllend.

Obwohl es Noachiden nicht erlaubt ist, den Schabbat wie Juden zu begehen, können sie ihn dennoch als Gedenktag für Gottes Schöpfung nutzen. Der Schabbat erinnert uns daran, dass alles, was wir haben, ein Geschenk Gottes ist, und er bietet uns die Gelegenheit, seine Gnade und die Gaben, die er uns geschenkt hat, wertzuschätzen. Die Schöpfung als Geschenk des Schöpfers anzuerkennen, ist ein kraftvoller Weg, die Segnungen des Lebens zu würdigen und unsere Dankbarkeit zu vertiefen.

Wie es in Exodus 31:13 geschrieben steht: 

2. Mose 31,13:

Wisst, dass ich der Ewige bin, der euch heiligt.לָדַעַת, כִּי אֲנִי יד' מְקַדִּשְׁכֶם

Dieser Vers betont den Zusammenhang zwischen Heiligkeit und Dankbarkeit und erinnert uns daran, dass das Erkennen von Gottes Segnungen dazu beiträgt, unser Leben zu einem höheren spirituellen Bewusstsein zu erheben.

Die ultimative Anerkennung des Guten

Wahre Dankbarkeit führt uns zur Erkenntnis des höchsten Guten: der Vollkommenheit der Welt, sowohl physisch als auch spirituell. Unsere Dankbarkeit sollte sich nicht nur auf vergangene Segnungen richten, sondern uns auch dazu anspornen, zu einer besseren Zukunft beizutragen. Wenn die Menschheit gemeinsam Dankbarkeit lebt, führt dies zu Einheit, Gerechtigkeit und einer Welt, in der das Gute gedeiht.

Wie der Prophet Hosea (6,3) sagt: 

3 Und lasst uns den Ewigen erkennen, ja, ihn mit Eifer zu suchen! Sein Kommen ist gewiss wie die Morgenröte, und er wird zu uns kommen wie der Regen, wie der Spätregen, der die Erde tränkt.’ג  וְנֵדְעָה נִרְדְּפָה, לָדַעַת אֶת-ד', כְּשַׁחַר, נָכוֹן מֹצָאוֹ; וְיָבוֹא כַגֶּשֶׁם לָנוּ, כְּמַלְקוֹשׁ יוֹרֶה אָרֶץ.


Wahre Dankbarkeit nährt die Seele, wie der Regen die Erde nährt, und bringt uns näher zu Gott, zueinander und zu einer Welt voller Sinn und Freude.

Dankbarkeit im Alltag kultivieren

Indem wir Dankbarkeit praktizieren, verbessern wir nicht nur unser eigenes Leben, sondern tragen auch zur Heilung und Verbesserung der Welt bei. Lasst uns danach streben, mit offenen Herzen zu leben, die Gaben, die wir empfangen, wertzuschätzen und sie zu nutzen, um mehr Licht in die Welt zu bringen.

Von Angelique Sijbolts
Mit Dank an Batya Yaniger für die Inspiration und das Feedback sowie an Rabbi Tani Burton für sein Feedback.

Inspirationsquelle

Ein Aya von Rabbi A. Kook, S. 9, Abs. 14





© Copyright, alle Rechte vorbehalten. Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, ermutigen wir Sie, ihn weiter zu verbreiten.

Unsere Blogs können Texte/Zitate/Referenzen/Links enthalten, die urheberrechtlich geschütztes Material von Mechon-Mamre.org, Aish.com, Sefaria.org, Chabad.orgund/oder FragNoah.orgdie wir in Übereinstimmung mit ihren Richtlinien verwenden.