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Der Toraabschnitt Toldot berichtet von der Geburt und dem Leben Jakobs und Esaus. Die Tora besagt, dass Jakob bereits im Mutterleib gegensätzliche Neigungen zeigte und entwickelte – Jakob fühlte sich zum Lehrhaus (Beit Midrasch) hingezogen, während Esau dem Götzendienst verfiel.
Wenn wir uns eingehender mit diesem Thema befassen, ist es erstaunlich, dass der Sohn Isaaks, unser Vater, der mit ganzem Herzen mit Gott verbunden war, schon im Mutterleib die Sehnsucht nach Götzendienst verspürte. Es geht nicht darum, ob er als Erwachsener böse wurde, denn jeder Mensch hat die Freiheit, nach seinem Willen zu handeln; sondern darum, wie es möglich ist, dass Esau bereits im Mutterleib eine natürliche Neigung zum Götzendienst zeigte! Wir müssen sagen, dass diese Neigung an sich nichts Schlechtes war, sondern vielmehr der Wunsch nach einer besonderen Art der Gottesverehrung.
Maimonides erklärt ausführlich, dass es zwei Haupttypen von Gottes Dienern gibt: die ‘höchsten Verehrer’ und denjenigen, der seine Begierden bezwingt. Erstere wünschen sich nur das Gute, und ihr ganzer Dienst besteht in einem ständigen Aufstieg in der Heiligkeit selbst. Letztere hingegen wünschen sich auch das Böse, und ihre Größe liegt in der Bezwingung ihrer Begierden.
Jakob und Esau, wie von der Natur geschaffen, symbolisieren diese zwei Wege. Jakobs Natur ist die der ‘höchsten Verehrer’, Esaus hingegen die des ‘Bezwingers seiner Begierden’. Esaus natürliche Neigung zum Götzendienst diente dazu, diese zu überwinden und seine Begierde zu bezwingen. Diese Geschichte ergründet die komplexe Natur menschlicher Begierden. Dies ist relevant für das Volk der Noachiden, das einerseits die sieben Gebote befolgt, andererseits aber auch auf Schwierigkeiten stoßen kann.
Jeder Mensch hat die Wahl, seinen Weg weiterzugehen, unabhängig von seinen anfänglichen Neigungen. Jeder ist für sein eigenes Handeln und seine Entscheidungen verantwortlich. Der Konflikt zwischen Jakob und Esau spiegelt die inneren Kämpfe wider, mit denen Menschen oft zwischen spirituellen Bestrebungen und weltlichen Begierden konfrontiert sind.
Dieser Konflikt existiert auch in einer spirituellen Dimension zwischen Jakob und Esau. Die Tora verheißt, dass Jakob in der Endzeit, zur Zeit der vollständigen Erlösung, das überwinden wird, was Esau verkörpert. Wie in Obadja 1,21 geschrieben steht: “Die Erlöser werden auf den Berg Zion hinaufsteigen, um den Berg Esau zu richten, und die Königsherrschaft wird dem HERRN gehören.”
Von Rabbiner Moshe Bernstein
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