“Ich bin (anochi) Haschem, euer Gott, der euch aus dem Land Ägypten herausgeführt hat…” (Exodus 20:2).

Rabbi Mordechai Yosef Leiner von Ishbitz bietet in seinem chassidischen Meisterwerk Mei HaShiloach eine tiefgründige Beobachtung zu diesem Text. Er weist darauf hin, dass das hebräische Wort für “Ich” üblicherweise ANI lautet. Der Allmächtige stellt sich jedoch mit der ungewöhnlicheren Form ANOCHI vor.

ANOCHI ist im Wesentlichen das Wort ANI mit dem angehängten Buchstaben “Chaf”. Dieser Buchstabe ist als “Chaf ha'dimyon” – der Buchstabe der Gleichnis – bekannt. ANOCHI drückt die Vorstellung aus, dass Gott Israel nicht seine ganze Fülle und Ganzheit offenbart.

Der Mensch ist schlichtweg nicht fähig, Gottes reines Wesen zu erfassen oder zu begreifen (2. Mose 33,20; Jesaja 55,8-9). ANOCHI vermittelt: Du erhältst einen Teil von mir. Das ist mir ähnlich – aber glaube nicht, dass du mich vollständig verstanden hast.

Deshalb folgt auf diesen Vers das Gebot, keine Götzenbilder anzufertigen. Uns wird gesagt, dass wir Gott nicht einfach in menschlichen Begriffen definieren können. Wir können ihn nicht in ein von uns selbst geschaffenes Schema pressen.

Von Rabbiner Michael Skobac

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