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EIN GEDANKE ÜBER PARSHAT SHEMINI 5785

Levitikus 9,23-24 – Die göttliche Antwort auf Gehorsam

Mose und Aaron gingen in das Zelt der Begegnung. Als sie wieder herauskamen, segneten sie das Volk, und die Gegenwart des Herrn erschien dem ganzen Volk. Feuer fuhr vom Herrn aus und verzehrte das Brandopfer und das Fett auf dem Altar. Und das ganze Volk sah es, lobte Gott und fiel auf sein Angesicht. (3. Mose 9,23–24)

Dieser Moment markiert den Höhepunkt der Einweihung des Stiftszeltes. Das vom Himmel herabkommende Feuer Gottes bedeutete mehr als nur Akzeptanz – es war ein Zeichen der Versöhnung, insbesondere nach der schweren Sünde des goldenen Kalbs. Mehr als nur Vergebung war es eine Geste tiefer Versöhnung und göttlicher Liebe – Haschem brachte damit seine beständige Zuneigung zum jüdischen Volk zum Ausdruck. Die Opfergaben waren keine leeren Rituale; sie standen für aufrichtigen Gehorsam, die Übereinstimmung mit dem göttlichen Gebot und die Wiederherstellung der Beziehung zwischen Haschem und seinem Volk.

Levitikus 10,1-3 – Das Schicksal von Nadav und Avihu

Nadav und Avihu, die Söhne Aarons, nahmen jeder seine Feuerpfanne, legten Feuer hinein, streuten Weihrauch darauf und brachten vor dem Herrn “fremdes Feuer” dar, das Er ihnen nicht geboten hatte. Da ging Feuer vom Herrn aus und verzehrte sie, und sie starben vor dem Herrn. (Levitikus 10:1-2)

Im krassen Gegensatz zur vorherigen Szene erleben wir nun eine Tragödie. Während Mose und Aaron Haschems Anweisungen genau befolgten, brachten Nadav und Avihu ein nicht befohlenes Opfer dar – das sogenannte “fremde Feuer”. Obwohl manche dies als Vergehen interpretieren, Oder HaChaim bietet einen tieferen EinblickEs handelte sich um Männer von herausragender spiritueller Statur, die aus tiefer Leidenschaft und in enger Verbindung mit dem Göttlichen handelten. Ihre eigenständige Initiative war zwar spirituell erhaben, entsprach aber nicht dem Gebot Haschems. Ihr Tod war zwar eine Folge, aber gleichzeitig auch eine Heiligung – er zeigte, dass selbst diejenigen, die Gott am nächsten stehen, höchsten Ansprüchen genügen müssen.

Was war ihr Fehler?

Die Tora benennt ihren Irrtum nicht ausdrücklich, aber die Kommentatoren Raschi und Rambam geben Aufschluss darüber:

Die Relevanz für Noachiden

Dieser Grundsatz – dass der Dienst für Haschem seiner göttlichen Ordnung folgen muss – gilt nicht nur für Priester, sondern auch für alle der ihm dienen möchte.

So wie bestimmte Gebote den Kohanim vorbehalten sind (z. B. der Tempeldienst), wurden andere Gebote ausschließlich Israel gegeben – um sie als heiliges Volk zu heiligen (z. B. Tefillin, Schabbat, Kaschrut). Diese Gebote sind Teil der Bundesidentität und nicht allgemeingültig.

Noachiden, im Gegensatz dazu, sind dazu aufgerufen, die Die sieben noachidischen Gesetze  und deren Auswirkungen und nach universellen ethischen Geboten wie der Ehrung der Eltern, dem Streben nach Gerechtigkeit und der Ausübung von Nächstenliebe leben. Diese Gesetze bilden das Fundament für ein rechtschaffenes und sinnvolles Leben, wie es Haschem für alle Völker gewollt hat.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass Noachiden von spiritueller Tiefe oder Verbundenheit ausgeschlossen sind. So wie im Judentum nicht alle Juden zu jedem Gebot verpflichtet sind – manche gelten nur für Priester, Leviten, Könige oder Frauen –, so wird auch von Noachiden nicht erwartet, dass sie die ausschließlich Israel auferlegten Verpflichtungen übernehmen. Dennoch, wenn ein Noachid aufrichtig den Wunsch hat, bestimmte, von der Tora inspirierte Praktiken anzunehmen, Es muss getan werden mit der richtigen Anleitung, Idealerweise unter der Anleitung eines erfahrenen Rabbiners. Wie Rambam schreibt (Gesetze der Könige 10,10), sollte niemand ohne auf der Tora basierende Unterweisung eigene religiöse Praktiken einführen.

Der Fehler von Nadav und Avihu lag nicht in ihrem Enthusiasmus, sondern darin, dass sie aus eigener Initiative und ohne göttlichen Befehl handelten. In unserem Kontext ist die Lehre klar: Eifer muss mit Demut und Struktur im Gleichgewicht stehen..

Letztendlich kommt es nicht darauf an, wie viele Mizwot man erfüllt, sondern ob man die von Haschem zugewiesene Rolle treu ausfüllt. Haschem wünscht sich, dass jede Seele ihm authentisch dient, gemäß dem spirituellen Plan, den er liebevoll für sie entworfen hat.

Die entscheidende Unterscheidung: Haschems Wille oder persönliches Verlangen?

Die zentrale Frage lautet nicht:, “Was fühlt sich spirituell an?” sondern vielmehr:
“Ist das Haschems Wille für mich?”

Gehorsam bedeutet mehr als nur Sünden zu vermeiden – er schließt die Achtung von Haschems Ordnung und Aufgaben ein. Dazu gehört die Erkenntnis, dass man im Bereich des göttlichen Dienstes nicht eigenmächtig handeln darf, sondern eine kompetente rabbinische Autorität konsultieren sollte. Spiritueller Eifer muss von halachischer Klarheit geleitet werden.

Schlussfolgerung

Die tragische Geschichte von Nadav und Avihu lehrt uns, dass Eifer muss auf Gehorsam beruhen.. Aufrichtige Absichten genügen nicht, wenn sie von der göttlichen Weisung abweichen. Für Noachiden bedeutet dies, ihre besondere Berufung freudig anzunehmen – nicht indem sie Israels Weg nachahmen, sondern indem sie ihren eigenen Weg erfüllen.

Nur durch Demut und Ausrichtung können wir Haschem wahrhaft ehren – und dadurch zu Gefäßen seines Lichts in der Welt werden.


Von Angelique Sijbolts
Mit Dank an Rabbi Tuvia Serber für das Feedback

Texte Mechon Mamre

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