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In der Tora ist jedes Detail präzise. Das gilt auch für die Namen der Wochenabschnitte, die das Wesen und den Inhalt der Erzählung ausdrücken. Schon zu Beginn des Abschnitts (Genesis 47,28) berichtet die Tora vom Tod Jakobs, nicht von seinem Leben. Das wirft die Frage auf: Warum heißt unser Abschnitt Wajechi (“Und er lebte”), wenn er doch genau das Gegenteil behandelt?

Das Thema ewiges Leben sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Tyrannische Herrscher versuchen, ihr Leben durch Organtransplantationen zu verlängern – oft durch die zweifelhafte und verbotene Praxis des Organraubs, ein Akt, der gemäß den Sieben Noachidischen Geboten strengstens untersagt ist. Wissenschaftler hingegen behaupten, Gentechnik werde letztendlich zu ewigem Leben führen. Kann das wirklich zu ewigem Leben führen? Nicht unbedingt. Die Erklärung liegt im tieferen Sinn des Lebens. Wahres Leben ist ewig. Deshalb kann nur der Allmächtige – die Quelle des Lebens – als Wahrheit bezeichnet werden. Da Gott die Wahrheit ist, ist er unveränderlich und unendlich; daher ist er gleichbedeutend mit Leben.

Die Tora enthüllt das Geheimnis: die Treue zu Gott. Da der Allmächtige das einzige wahre Leben ist, lebt jeder, der sich an ihn bindet. Wie geschrieben steht: “Ihr aber, die ihr an dem Herrn, eurem Gott, festhaltet, seid alle heute lebendig.” Deshalb verdienen die Israeliten durch die 613 Gebote und die Noachiden durch die Einhaltung ihrer 7 Gebote das ewige Leben – weil sie an der Quelle der Ewigkeit festhalten. Diese ewige Verbindung zeigt sich am deutlichsten, wenn man auf Hindernisse stößt und Schwierigkeiten durchstehen muss. Solange das Leben reibungslos verläuft, wird die Hingabe zum Schöpfer nicht vollends geprüft. Erst wenn jemand in seinem Dienst an Gott auf Störungen und Schwierigkeiten stößt und diese trotz des Kampfes überwindet, um die Gebote zu erfüllen, offenbart sich seine wahre Treue zu Gott.

Nun verstehen wir, warum dieser Abschnitt „Vayechi“ heißt. Zuvor befand sich Jakob im Land Israel, einem heiligen Ort. Obwohl er dort viele Prüfungen durchlitt, reichten diese nicht aus, um sein wahres Maß an Hingabe, das seinem hohen spirituellen Stand entsprach, vollständig zu offenbaren. Doch nun, in Ägypten, wurde Jakobs bedingungslose Hingabe an Haschem deutlich. Deshalb hielt er sich an die Quelle des wahren ewigen Lebens.

Doch als Jakob am Ende seiner Tage steht, nachdem er mit seiner Familie nach Ägypten – einem Ort der Unmoral – hinabgestiegen ist und er und seine Kinder dennoch ihre Rechtschaffenheit und Integrität bewahren, kann jeder sehen, dass Jakob wahrhaftig “lebt”. Daher wird dieser Abschnitt Wajechi genannt, denn hier wird Jakobs ewiges Leben deutlich sichtbar.

Dieses Konzept gilt für jeden Noachiden: Die Verbindung zum Schöpfer wird ausschließlich durch die Erfüllung seiner Gebote erreicht. So wie ein Ozean nicht in einem kleinen Gefäß Platz findet, so ist der menschliche Verstand unfähig, die Größe des Schöpfers zu erfassen. Da der Schöpfer unendlich ist, besteht der einzige Weg, die Kluft zwischen einem Geschöpf und seinem Schöpfer zu überbrücken, darin, seine sieben universellen Gebote zu erfüllen. Durch die Befolgung dieser Gesetze erlangt man ein wahrhaft ewiges Leben.

Von Rabbiner Moshe Bernstein

Quelle: Likutei Sichos Bd. 15 Seite 422. Genesis 47:28. Likutei Torah Pharshat Nitzavim Seite 45. Traktat Taanit 5b.



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