Wir haben bereits erwähnt, dass uns eine rabbinische Tradition bezüglich der Schewa Mitzwot bekannt ist und dass wir davon überzeugt sind, dass diese Tradition auf Mose zurückgeht, der die mündliche Lehre neben der schriftlichen offenbarte. Die Frage war: Gibt es eine biblische Quelle für die Schewa Mitzwot? Die erste Antwort darauf lieferte Rabbi Jochanan in Sanhedrin 56b, der Genesis 2,16 als den Vers mit den Schewa Mitzwot identifiziert. Dort erklärt Rabbi Jochanan, wie jedes Wort des Verses einem der Schewa Mitzwot entspricht. Rabbi Jitzchak vertauscht die Reihenfolge bei zwei der Mitzwot, verwendet aber dennoch denselben Vers.
I Rezension: Rabbi Jochanans Ansatz
- TB Sanhedrin 56b
| Woher stammen die sieben Gebote? Rabbi Jochanan sagte: “Und der Herr gebot dem Menschen und sprach: ‘Von allen Bäumen im Garten dürft ihr essen’ (Genesis 2,16). “Und der Herr gebot” – dies bezieht sich auf …“ Gesetze, Wie ein anderer Vers besagt: ‘Denn ich kenne ihn und weiß, wie er seinen Kindern gebietet usw.’ (1. Mose 18,19) “Der Herr” – dies bezieht sich auf Blasphemie, Wie ein anderer Vers besagt: ‘Wer den Namen des Herrn schändet, soll des Todes sterben.’ (3. Mose 24,16) “Gott” – dies bezieht sich auf Götzendienst, Wie ein anderer Vers besagt: ‘Du sollst keine anderen Götter haben’ (2. Mose 20,2). “Mensch” – dies bezieht sich auf Mord, wie ein anderer Vers sagt, ‘wer Menschenblut vergießt usw.’ (Genesis 9,6) “Sagen” – dies bezieht sich auf sexuelle Unmoral, Wie ein anderer Vers besagt: ‘(Er spricht): Wenn ein Mann seine Frau wegschickt und sie ihn verlässt und einen anderen Mann heiratet…’ (Jeremia 3,1) “Von irgendeinem der Bäume des Gartens” – und nicht von etwas, das durch … erworben wurde. Diebstahl“Sie dürfen ruhig essen” – aber nicht die Gliedmaße eines lebenden Tieres | מנהני מילי אמר ר' יוחנן דאמר קרא (בראשית ב, טז) ויצו ה' א-לקים על האדם לאמר מכל עץ הגן אכול תאכל : ויצו אלו הדינין וכן הוא אומר (בראשית יח, יט) כי ידעתיו למען אשר יצוה את בניו וגו' ה' Nein ברכת השם וכן הוא אומר (ויקרא כד, טז) ונוקב שם ה' מות יומת א-לקים זו עבודת כוכבים וכן הוא אומר (שמות כ, ב) לא יהיה לך אלהים אחרים על האדם זו שפיכות דמים וכן הוא אומר (בראשית ט, ו) שופך דם האדם וגו' לאמר זו גילוי עריות וכן הוא אומר (ירמיהו ג, א) לאמר הן ישלח איש את אשתו והלכה מאתו והיתה לאיש אחר מכל עץ הגן ולא גזל אכל תאכל ולא אבר מן החי |
II Der Ansatz von Tanna D'Bei Menashe
2 Sanhedrin 56b
| Dies ist Tanna D'Bei Menashe, der ausschaltet dinim und Birkat Haschem und ersetzt sie durch Sirus und kilayim, Wie der Tanna D'Bei Menashe lehrt: Den Kindern Noahs wurden sieben Gebote auferlegt: Götzendienst, Unzucht, Mord, Diebstahl, das Verbot, Gliedmaßen lebender Tiere zu essen, Kastration und das Verbot der Vermischung von Geschlechtsorganen… Wenn der Tanna D'Bei Menashe Genesis 2,16 als Grundlage nimmt, würde er auch Folgendes einschließen: Denim und Birkat HaschemAber wenn er das nicht tut, woher sollte er sie dann ableiten? Tatsächlich verwendet er nicht den Vers in Genesis 2,16, sondern stützt jedes der Schewa Mitzwot auf einen separaten Vers. | האי תנא תנא דבי מנשה הוא דמפיק ד”ך ועייל ס”ך דתנא דבי מנשה שבע מצות נצטוו בני נח ע”ז וגילוי עריות ושפיכות דמים גזל ואבר מן החי סירוס וכלאים תנא דבי מנשה אי דריש ויצו אפילו הנך נמי אי לא דריש ויצו הני מנא ליה לעולם לא דריש ויצו הני כל חדא וחדא באפי נפשיה |
Avoda Zara und Gilui Arayot
3 Genesis 6:11
| Und die Erde wurde vor Gott verdorben und war voll Gewalttat. | וַתִּשָּׁחֵ֥ת הָאָ֖רֶץ לִפְנֵ֣י הָֽאֱלֹהִ֑ים וַתִּמָּלֵ֥א הָאָ֖רֶץ חָמָֽס׃ |
4. Rashi, a.a.O.
| Dieser Begriff bezieht sich sowohl auf sexuelle Zügellosigkeit als auch auf Götzendienst usw. | ותשחת. לְשׁוֹן עֶרְוָה וַעֲ”זָ (סנה' נ’ז) כְּמוֹ פֶּן תַּשְׁחִתוּן (דב' ד'), ': |
Sirus
5. Genesis 9:7
| Und ihr, seid fruchtbar und mehret euch; häuft euch auf Erden und mehret euch dort. | וְאַתֶּ֖ם פְּר֣וּ וּרְב֑וּ שִׁרְצ֥וּ בָאָ֖רֶץ וּרְבוּ־בָֽהּ׃ |
Kilayim
6. Genesis 6:20
| …von jeder Art von Vögeln, von jedem Tier, von jeder Art und von allem, was auf Erden kriecht, von jeder Art sollen je zwei zu euch kommen, damit sie leben können. | מֵהָע֣וֹף לְמִינֵ֗הוּ וּמִן־הַבְּהֵמָה֙ לְמִינָ֔הּ מִכֹּ֛ל רֶ֥מֶשׂ הָֽאֲדָמָ֖ה לְמִינֵ֑הוּ שְׁנַ֧יִם מִכֹּ֛ל יָבֹ֥אוּ אֵלֶ֖יךָ לְהַֽחֲיֽוֹת׃ |
III Die Mehrheitsmeinung befürwortet den Ansatz von Rabbi Jochanan.
7. Rambam, Mischne Tora, Hilchot Melachim 9:1
| Adam HaRishon (der erste Mensch) erhielt Gebote in Bezug auf sechs Dinge: Götzendienst, Gotteslästerung, Mord, Unzucht, Diebstahl und die Einsetzung von Gerichten und Vollstreckern. Obwohl all diese Gebote eine überlieferte Tradition unseres Lehrers Mose sind und logisch erscheinen, ist im Kontext der Tora-Gebote ersichtlich, dass Adam nur diese Gebote erhielt. Noah erhielt das zusätzliche Gebot, das Verbot, Gliedmaßen lebender Tiere zu essen, wie es im Vers heißt: “Doch Fleisch mit seinem Leben, das ist sein Blut, sollst du nicht essen.” (Genesis 9,4). Somit gibt es sieben Gebote. | עַל שִׁשָּׁה דְּבָרִים נִצְטַוָּה אָדָם הָרִאשׁוֹן. עַל עֲבוֹדָה זָרָה. וְעַל בִּרְכַּת הַשֵּׁם. וְעַל שְׁפִיכוּת דָּמִים. וְעַל גִּלּוּי עֲרָיוֹת. וְעַל הַגֵּזֶל. וְעַל הַדִּינִים. אַף עַל פִּי שֶׁכֻּלָּן הֵן קַבָּלָה בְּיָדֵינוּ מִמּשֶׁה רַבֵּנוּ. וְהַדַּעַת נוֹטָה לָהֶן. מִכְּלַל דִּבְרֵי תּוֹרָה יֵרָאֶה שֶׁעַל אֵלּוּ נִצְטַוָּה. “אַךְ בָּשָׂר בְּנַפְשׁוֹ דָמוֹ לֹא תֹאכֵלוּ”. נִמְצְאוּ שֶׁבַע מִצְוֹת. |
IV Rambams Meinung: Adam durfte kein Fleisch essen.
8. Kesef Mishna zu Hilchot Melachim 9:1
| Daraus können wir schließen, dass Adam HaRishon kein Gebot bezüglich des Verbots des Verzehrs eines Gliedes eines lebenden Tieres erhielt, d.h. nur wenn es sich nicht um ein Tier handelte, war es ihm als Nahrung erlaubt - und da Adam HaRishon überhaupt kein Fleisch essen durfte, war es nicht notwendig, ihm ein Gebot bezüglich des Verbots des Verzehrs eines Gliedes eines lebenden Tieres zu geben. | משמע מהכא שאדם הראשון לא נצטוה על אבר מן החי שמי שמצווה על אבר מן החי משמע דכשאינו מן החי מותר לו וכיון דלאדם הראשון לא הותר לו בשר Nein לא היה צריך לצוותו על אבר מן החי וזהו שכתב רבינו על ששה דברים נצטוה אדם וכו' הוסיף לנח אבר מן החי ואע”ג דמייתי סתם כולהו שבע מצות מויצו ה' אלהים וההוא קרא באדם כתיב הא משמע מדברי רבינו דההוא קרא אסמכתא בעלמא |
V Raschi und Tosafot: Adam durfte Fleisch essen
9. Rashi, Sanhedrin 56b
| “Ihr dürft frei essen”: Ein Tier, das zum Verzehr bestimmt ist, aber nicht eiver min ha'chai, denn ein Tier ist nicht dazu bestimmt, während seines Lebens gegessen zu werden, sondern nur zum Zweck der Zucht. | אכול תאכל – העומד לאכילה ולא תאכל אבר מן החי דבהמה בחייה אינה עומדת לאכילה אלא לגדל ולדות: |
10. Tosafot, ebenda
| “Ihr dürft frei essen” – aber nicht, wenn ihr Tiere schlachtet, um sie zu essen. Und obwohl wir später (Sanhedrin 59b) sagen, dass Adam Ha' Rishon kein Fleisch essen durfte, bedeutet dies, dass es ihm nicht erlaubt war, Tiere zu schlachten, um sie zu essen. Wenn sie jedoch eines natürlichen Todes starben, war es ihm erlaubt. Dieser Teil des Verses lehrt, dass selbst wenn sich ein Körperteil eines Tieres von selbst vom lebenden Tier löst, es weiterhin verboten ist. | אכל תאכל ולא אבר מן החי – והא דאמרינן לקמן (סנהדרין דף נט:) דלא הותר לאדם הראשון בשר לאכילה היינו להמית ולאכול אבל מתה מאליה שריא Nein לאפוקי אבר מן החי דאפי' נפל מאליו אסור: |
11. Bereshit Rabba 34:11
| “Alles, was kriecht und lebt … doch Fleisch, dessen Lebenskraft noch im Blut ist, sollt ihr nicht essen.” (Genesis 9,3-4). Rabbi Yossi Bar Eivu sagt im Namen von Rabbi Yochanan: Adam Ha'Rishon, dem der Fleischkonsum verboten war, erhielt kein Verbot, Fleisch zu essen, dessen Lebenskraft noch im Blut ist. Aber den Bnei Noach, denen der Fleischkonsum erlaubt war, wurde das Verbot erteilt, Fleisch zu essen, dessen Lebenskraft noch im Blut ist. | כָּל רֶמֶשׂ אֲשֶׁר הוּא חַי, אַךְ בָּשָׂר בְּנַפְשׁוֹ דָּמוֹ (בראשית ט, ג ד), רַבִּי יוֹסֵי בַּר אַיְּבוּ בְּשֵׁם רַבִּי יוֹחָנָן אָדָם הָרִאשׁוֹן שֶׁלֹא הֻתַּר לִבְשַׂר תַּאֲוָה לֹא הֻזְהַר עַל אֵבָר מִן הֶחָי, אֲבָל בְּנֵי נֹחַ שֶׁהֻתְּרוּ לִבְשַׂר תַּאֲוָה הֻזְהֲרוּ עַל אֵבָר מִן הֶחָי. |
VI Wie viele Mizwot haben die Bnei Noach tatsächlich?
12. Sanhedrin 56b
| Rabbi Yehuda sagt, Adam Ha'Rishon sei nur in Bezug auf Götzendienst befohlen worden, wie der Vers sagt: “Und der Herr gebot Adam…” Rabbi Yehuda ben Beteira sagt, ihm sei auch in Bezug auf Blasphemie befohlen worden, und es gibt diejenigen, die sagen, ihm sei auch in Bezug auf die Einrichtung von Gerichten befohlen worden, wie Rabbi Yehuda im Namen von Rav sagt: “Ich bin Gott, verfluche mich nicht; ich bin Gott, vertausche mich nicht; ich bin Gott, Ehrfurcht vor mir sei auf euch.”. | ' א-לקים על האדם רבי יהודה בן בתירה אומר אף על ברכת השם ויש אומרים אף על הדינים כמאן אזלא הא דאמר רב יהודה אמר רב אלהים אני לא תקללוני אלהים אני לא תמירוני א-לקים אני יהא מוראי עליכם |
13. Avot 6:11
| Rabbi Chananya ben Akahya sagt, der Heilige, gepriesen sei Er, wollte Israel Verdienste gewähren. Deshalb mehrte Er die Tora und die Gebote für sie, wie es im Vers heißt: “Haschem wünschte um Seiner Gerechtigkeit willen, dass die Tora groß und herrlich sei.“. | רַבִּי חֲנַנְיָא בֶּן עֲקַשְׁיָא אוֹמֵר, רָצָה הַקָּדוֹשׁ בָּרוּךְ הוּא לְזַכּוֹת אֶת יִשְׂרָאֵל, לְפִיכָךְ הִרְבָּה לָהֶם תּוֹרָה וּמִצְוֹת, שֶׁנֶּאֱמַר (ישעיה מב) ה' חָפֵץ לְמַעַן צִדְקוֹ יַגְדִּיל תּוֹרָה וְיַאְדִּיר: |
14. TB Chullin 92a
| Ulla sagte: Dies sind die dreißig Gebote, die die Bnei Noach auf sich nahmen. | עולא אמר אלו שלשים מצות שקבלו עליהם בני נח |
Von Rabbiner Tani Burton
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