בס "ד
Parascha Bo behandelt die letzten Plagen und den Verlust des freien Willens des Pharao. Nachdem der Pharao während der ersten Plagen sein Herz verhärtet hatte, bestrafte ihn der Schöpfer “Maß für Maß” und nahm ihm die Fähigkeit, das Gute zu wählen (“Denn ich habe sein Herz verhärtet”). Die Verhärtung seines Herzens sollte dem Pharao verdeutlichen, dass er nicht sein eigener Herr ist, sondern ein Werkzeug in den Händen der göttlichen Vorsehung. Dies führt zu einer grundlegenden Frage:
Warum wurde der Pharao bestraft, weil er sich weigerte, die Israeliten freizulassen, nachdem ihm die Möglichkeit zur Entscheidung genommen worden war?
Der Grund für den Entzug seiner Entscheidungsfreiheit war Pharaos Aussage: “Wer ist der Herr, dass ich seiner Stimme gehorchen sollte?”, was eine Schmach für den Schöpfer darstellt. Das Verbot der Gotteslästerung ist eines der Sieben Noachidischen Gebote. Die Pflicht eines Noachiden ist es, den Schöpfer anzuerkennen, ihm zu dienen und seinen Namen zu ehren. Auch Pharao war an dieses Gebot gebunden, doch durch seine Worte lästerte und verhöhnte er Haschem und brach damit dieses Verbot. Pharao sah sich selbst als Götze. Das Verbot des Götzendienstes erstreckt sich auf alle drei Bereiche der Seele: Gedanken, Worte und Taten.
- In der Praxis: das Verbot, Götzenbildern Opfer darzubringen oder sich vor ihnen niederzuwerfen.
- In der Rede: das Verbot, den Namen Gottes zu entweihen (wie es der Pharao in seinem Trotz tat).
- Zum Nachdenken: Hier liegt eine wichtige Erkenntnis – der Gedanke an Götzendienst ist einem Nichtjuden verboten, selbst wenn er nicht äußerlich zum Ausdruck gebracht wird.
Warum sollte man den Gedanken an Götzendienst meiden? Gedanken werden als “feinstoffliches Gewand” bezeichnet, das der menschlichen Seele näher ist als Rede oder Tat. Unsere Weisen lehren: “Wer Götzendienst bekennt, ist, als hätte er den Namen Gottes gelästert und verunglimpft.” (Rambam, Gesetze des Götzendienstes, Kapitel 2) Der Gedanke, die Welt werde von fremden Mächten gelenkt (Götzendienst), ist an sich schon ein Teil des Verbots der Gotteslästerung und -entweihung (Rabbi Jonatan Shteif, Mitzvot Hasham, S. 315–318). Wenn ein Mensch (Jude oder Nichtjude) eine fremde Autorität in seinem Herzen und Verstand als Gottheit anerkennt, leugnet er in seinen Gedanken die Einheit Gottes und entweiht seine Ehre. Auch dies gilt als Teil des Verbots des Götzendienstes.
Ein Gedanke an Götzendienst ist somit im Moment seines Entstehens eine Form der Gotteslästerung und zugleich ein Verstoß gegen das Verbot des Götzendienstes. Zwar kann ein irdisches Gericht einen Menschen für seine Gedanken nicht bestrafen, doch die spirituellen Folgen unterliegen dem göttlichen Urteil. Reine Gedanken sind wesentlich für eine wahre Beziehung zum Schöpfer.
Selbst nachdem Gott das Herz des Pharao verhärtet hatte, gab es einen Weg zurück? Die Antwort lautet: Ja. Weil der Pharao seine Gedanken und Worte verunreinigt hatte, wurde ihm die göttliche Hilfe zur Umkehr vorenthalten. Der Weg war jedoch nicht gänzlich versperrt. Auch ohne himmlische Hilfe kann ein Mensch durch außergewöhnliche persönliche Anstrengung Buße tun. Der Pharao wurde bestraft, weil er diese Anstrengung nicht unternahm; er bereute nicht, obwohl die Möglichkeit – so schwierig sie auch gewesen sein mag – bestand.
Daraus lernen wir, wie wichtig es ist, die drei Gewänder der Seele rein zu halten und sie dem Dienst Gottes zu widmen. Selbst im Denken, wo keine physische Handlung stattfindet, ist es sehr wichtig, sich vor negativen Gedanken zu hüten und positive Betrachtungen über die unendliche Größe des Schöpfers zu fördern. Der Weg der Noachiden besteht nicht nur darin, nicht falsch zu handeln, sondern darin, richtig zu handeln, indem man Gottes Gegenwart in der Welt anerkennt. Dies dient als Vorbereitung auf die Erfüllung der endgültigen Bestimmung: “Denn sie alle werden mich erkennen, vom Kleinsten bis zum Größten”, in der wahren und vollkommenen Erlösung.
Von Rabbiner Moshe Bernstein
Quelle: Rabbi Jonatan Shteif, Mitzvot Hasham, Seite 315-318. The Divine Code Rabbi Moshe Weiner Hebräische Ausgabe Seite 110. Likutei Sichos Vol. 6 Seite 57. Exodus 5:2.
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