Die Lesung dieser Woche beginnt mit der Feststellung, dass diese spezielle Regel, eine irrationale, eigentlich das Wesen des gesamten Systems der Gebote (Mitzwot) ausmacht.
Der Name der Tora-Lesung dieser Woche ist Chukkat. Chukkat bedeutet Regel oder Gebot. In der Tora gibt es verschiedene Arten von Regeln, im Wesentlichen drei. Es gibt Regeln, die man auch ohne explizite Erwähnung in der Tora verstehen kann. Beispiele hierfür sind “Du sollst nicht stehlen”, “Du sollst nicht töten” und “Ehre deinen Vater und deine Mutter”. Diese Regeln heißen auf Hebräisch Mischpatim.
Dann gibt es Regeln, die Edot genannt werden und wie Zeugnisse historischer Ereignisse wirken. Beispielsweise wird der Auszug aus Ägypten mit dem Pessachfest begangen. Würde die Tora dies nicht erwähnen, würden wir es vielleicht nicht auf diese Weise feiern. Beide Arten von Regeln sind rational, doch es gibt auch Regeln ohne rationale Erklärung. Diese Regeln werden Chukim genannt. Es sind Gebote, deren Bedeutung und Wirkung nur Gott kennt.
Die Lesung dieser Woche befasst sich mit dem Buch Chukim. Manche mögen denken, dass es nicht nötig sei, Gottes Gebote zu befolgen, wenn sie rational verständlich sind, wie etwa das Verbot zu stehlen. Sie mögen meinen, ihre Erziehung und ihr gesunder Menschenverstand reichten aus, um sie zu leiten. Doch die Wahrheit ist, dass selbst die rationalen Gebote einen Kern haben, der im Grunde irrational ist. Was meine ich damit? Jedes Gebot besteht aus zwei Teilen: dem verständlichen und praktischen Teil – es schreibt eine bestimmte Handlung oder ein bestimmtes Verhalten vor. Der Kern eines jeden Gebots ist jedoch Gottes Wille. Der Sinn jedes Gebots ist im Wesentlichen derselbe, unabhängig von der konkreten Handlung, die es fordert oder verbietet. Es ist Gottes Wille, und die Realität ist, dass wir als begrenzte Menschen, so klug wir auch sein mögen, nicht vollständig verstehen können, was Gottes Wille wirklich beinhaltet.
Die zentrale Erkenntnis ist, dass das Wesen der Tora und die Verbindung zu Gott nicht rational, sondern irrational ist. Dies hat praktische Konsequenzen. Es ist sinnlos, Gebote nach persönlicher Vorliebe auszuwählen: “Dieses Gebot gefällt mir, also werde ich es befolgen, jenes aber nicht.” Das ist keine echte Verbindung zu Gott, sondern eine Verbindung zur eigenen Interpretation oder einer selbst erfundenen Vorstellung von Gott. Die Tora lehrt uns, dass das Wesen der Gebote irrational ist, und indem wir diesen irrationalen Geboten folgen, können wir uns mit etwas verbinden, das wahrhaftig jenseits von uns selbst liegt.
Parascha-Vortrag von Rabbi Tuvia Serber
Das Obige ist die bestmögliche Darstellung des gesprochenen Textes in geschriebenen Text.
© Copyright, alle Rechte vorbehalten. Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, ermutigen wir Sie, ihn weiter zu verbreiten.
Unsere Blogs können Texte/Zitate/Referenzen/Links enthalten, die urheberrechtlich geschütztes Material von Mechon-Mamre.org, Aish.com, Sefaria.org, Chabad.orgund/oder FragNoah.orgdie wir in Übereinstimmung mit ihren Richtlinien verwenden.