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In der Tora-Lesung dieser Woche finden wir die Geschichte, wie Mose auf einen Stein schlug, um Wasser zu gewinnen. Ein psychologischer Ansatz zum Verständnis einer grundlegenden Lektion in Führung.


Wochenabschnitt der Tora: Chukat – Irrationale Gesetze und Führungslektionen

Der Wochenabschnitt der Tora heißt diese Woche: Chukat, Dies bezieht sich auf “irrationale Gesetze” – Gebote, die schwer zu verstehen sind. In diesem Abschnitt finden zahlreiche Ereignisse statt, und interessanterweise ereignen sich die meisten davon gegen Ende des Wüstenzugs des jüdischen Volkes. Tatsächlich vergehen in nur wenigen Versen fast 38 Jahre.

Eine der bedeutendsten Begebenheiten nach diesen 38 Jahren – fast 40 Jahren der Wanderung – ist, dass das jüdische Volk plötzlich kein Wasser mehr hatte. Der Grund: Mirjam, die Schwester von Mosche Rabbeinu (Moses), starb. Der wundersame Brunnen, der das jüdische Volk auf seiner Wüstenwanderung begleitet hatte, war Mirjams Verdienst. Mit ihrem Tod verschwand der Brunnen.

So beschwerten sich die Leute bei Mosche Rabbeinu und sagten, sie bräuchten Wasser. Mosche wandte sich daraufhin an Gott. Und Gott sagte ihm Folgendes (sinngemäß aus dem hebräischen Original):

“Du und dein Bruder Aaron sollt zu dem Stein sprechen, und er wird Wasser geben…”

Mosche Rabbeinu war jedoch verärgert, und hier sehen wir eine der gefährlichen Folgen von Zorn. Im Judentum gilt Zorn als eine sehr negative Eigenschaft – etwas Niedriges und Zerstörerisches. In seiner Frustration versammelte Mosche das Volk und schlug, anstatt wie befohlen mit dem Stein zu sprechen, zweimal darauf ein. Wasser sprudelte hervor, das Volk trank, und äußerlich schien alles in Ordnung zu sein.

Gott war jedoch mit Mosches Verhalten nicht einverstanden. Er sagte zu Mosche und Aaron:

“Weil ihr nicht an mich geglaubt und mich vor den Augen der Kinder Israels nicht geheiligt habt, sollt ihr diese Gemeinde nicht in das Land bringen, das ich ihnen gegeben habe.”

Mit anderen Worten: Weil Mose den Stein schlug, anstatt mit ihm zu sprechen, durften er und Aaron das Volk nicht ins Land Israel führen. Sie würden außerhalb des Landes sterben.

Lasst uns das genauer analysieren. Warum schlug Mose auf den Stein, obwohl Gott ihm doch ausdrücklich befohlen hatte, mit ihm zu sprechen? Die einfache Antwort lautet: Er war wütend. Und wer wütend ist, macht Fehler. Das allein ist schon eine wichtige Lektion: Hüte dich vor Wut.

Doch vielleicht gibt es eine tiefere psychologische Erklärung. Mosche kannte sein Volk. Er hatte mit der Generation zu tun gehabt, die 40 Jahre zuvor aus Ägypten gekommen war. Sie war eine schwierige Generation – ständig nörgelnd, rebellierend und die Führung in Frage stellend. Diese Generation brauchte eine starke, energische Führung. Tatsächlich hatte Gott Mosche 40 Jahre zuvor, als das Volk Wasser brauchte, befohlen, auf den Felsen zu schlagen – und er tat es, und es funktionierte. Niemand beschwerte sich damals, und Gott hatte nichts dagegen einzuwenden.

Doch nun waren 40 Jahre vergangen. Die ältere Generation – die Männer zwischen 20 und 60 Jahren, die Ägypten verlassen hatten – war ausgestorben. Diese neue Gruppe von Israeliten war anders. Doch Mose sah sie vielleicht als dieselben an. Er nahm an, dass sie weiterhin mit Härte, sozusagen “mit dem Stock”, geführt werden mussten. Deshalb griff er wieder auf dieselbe Methode zurück: Er schlug erneut auf den Felsen.

Doch diesmal meinte Gott etwas anderes:

“Nein. Das sind nicht dieselben Leute. Sie brauchen eine andere Art von Führung – eine Führung, die auf Worten basiert, nicht auf Gewalt.”

Moshe erkannte diesen Wandel nicht. Er passte seinen Führungsstil nicht an die neue Generation an. Deshalb war er nicht mehr der Richtige, um das Volk ins Land Israel zu führen.

Daraus lässt sich eine tiefgründige und zeitlose Lehre ziehen: Generationen verändern sich. Bildung muss sich anpassen. Menschen entwickeln sich weiter, und Führung muss sich mit ihnen weiterentwickeln. Was für eine Generation funktioniert hat, mag für die nächste nicht mehr funktionieren. Auch in unserer Zeit müssen wir lernen, zu führen, zu lehren und zu inspirieren, nicht durch Aggression, sondern durch Kommunikation – durch Verstehen, Zuhören und die Verbindung durch Worte.

Vortrag von Rabbi Tuvia Serber


Die obige Darstellung zeigt den gesprochenen Text, der in geschriebenen Text umgewandelt wurde.

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