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Der Toraabschnitt Nitzavim, der stets kurz vor Rosch Haschana gelesen wird, dient der spirituellen und praktischen Vorbereitung auf den Tag des Gerichts. Sein Name “Nitzavim” vermittelt eine Botschaft der Stärke vor dem Tag des Gerichts.
Das Wort “Nitzavim” (aufrecht stehen) drückt Stabilität, Stärke und Widerstandsfähigkeit aus. Es ermutigt uns im Vorfeld des Jüngsten Gerichts an Rosch Haschana. Obwohl Rosch Haschana ein Tag des Gerichts ist, sind es unsere guten Taten des vergangenen Jahres, insbesondere unsere innere Reue und unsere Vorsätze zur Besserung, die uns die Kraft geben, an diesem Tag standhaft zu bleiben. Diese Entschlossenheit verleiht uns das Verdienst, mit Zuversicht und Hoffnung auf ein gutes Urteil vor Gott zu treten.
Im Gegensatz zu dem Gefühl, Gottes Gebote seien unerfüllbar, betont die Tora in dem bekannten Vers: “Es ist nicht im Himmel, noch jenseits des Meeres”, dass dies für alle möglich ist. Diese Botschaft soll uns ermutigen und verdeutlichen, dass die Tora und ihre Gebote uns keineswegs fern sind. Sie sind für jeden Menschen zugänglich, und es liegt in unserer Macht, sie vollständig zu erfüllen – in Gedanken, Worten und Taten. Dieses Verständnis schenkt uns Hoffnung und stärkt unseren Wunsch, Gutes zu tun, denn alles ist in unserer Reichweite.
Dieser Abschnitt stellt uns vor die klare Wahl zwischen zwei Wegen: “Siehe, ich habe euch heute Leben und Gutes, Tod und Böses vorgelegt.” Jeder Mensch steht stets vor diesen beiden Möglichkeiten. Der Weg der Tora und ihrer Gebote ist der Weg des Guten und des Lebens, der Weg der Sünde hingegen der Weg des Bösen und des Todes. Dieser Abschnitt versichert uns, dass wir die Macht haben, den Weg des Guten zu wählen. Und noch wichtiger: Indem wir uns für das Gute entscheiden, empfangen wir auch göttliche Hilfe.
Die Botschaften der Parascha Nitzavim beschränken sich nicht allein auf das jüdische Volk, sondern sind für die gesamte Menschheit relevant. So wie das jüdische Volk an Rosch Haschana vor Gott steht, so stehen auch alle Noachiden vor dem Gericht. Sie empfangen Kraft aus ihren guten Taten und ihrer Lebensentscheidung, die die Erfüllung der Sieben Noachidischen Gebote darstellt. Wie für die Juden die Gebote nicht “im Himmel” sind, so sind auch für die Noachiden ihre sieben Gebote sehr nah und können in Gedanken, Worten und Taten erfüllt werden. Jeder Mensch, ob Jude oder Noachid, steht vor der gleichen freien Wahl zwischen Gut und Böse, und indem er sich entscheidet, nach der göttlichen Wahrheit zu leben, sichert er sich ein gesegnetes und erfülltes Jahr.
Von Rabbiner Moshe Bernstein
Quelle: Deuteronomium 11-20.
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