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Parascha Tetzaveh – Verliere nicht die Begeisterung

In der Tora-Lesung dieser Woche erfahren wir etwas über die Kleidung des Hohepriesters. Schon daraus können wir Lehren fürs Leben ziehen. (Basierend auf Sefer HaSichot 5748, Band 1, S. 314.).


Die dritte Tora-Lesung dieser Woche heißt Tetzaveh, was “Und du sollst gebieten” bedeutet. In dieser Parascha beauftragt Gott Mosche Rabbeinu, dem jüdischen Volk hinsichtlich bestimmter Aspekte des Baus der Stiftshütte, des Mischkan, Gebote zu erteilen.

In dieser Lesung erfahren wir mehr über die Gewänder des Hohepriesters und der anderen Priester. Ich werde nicht auf alle Details dieser Gewänder eingehen – sie sind recht komplex, und man findet online leicht Zeichnungen und Erklärungen. Stattdessen möchte ich mich auf ein bestimmtes Gebot konzentrieren, das eine wichtige Lehre für unser Leben birgt.

Brustpanzer und Ephod

Unter den Gewändern des Hohepriesters befanden sich zwei einzigartige Stücke. Das eine war der Brustpanzer (der Choschen), der über der Brust getragen wurde. Das andere war der Ephod, der einer Schürze ähnelte. Interessanterweise befand sich der Hauptteil des Ephods am Rücken und reichte fast bis zu den Fersen.

Die Tora enthält ein ausdrückliches Verbot bezüglich dieser beiden Kleidungsstücke: Der Brustpanzer darf nicht vom Efod abgenommen werden. Sie waren durch spezielle Schnüre verbunden, und es ist ein Verbot, sie nicht zu trennen.

Auf den ersten Blick mag diese Mizwa keine offensichtliche Erklärung haben. Doch wir wissen, dass jedes Detail in der Tora Bedeutung trägt und Lehren für uns birgt – selbst jene, die scheinbar nebensächlich oder technisch sind.

Inneres und Äußeres: Zwei Teile einer Person

Diese beiden Kleidungsstücke repräsentieren zwei Dimensionen jedes Menschen.

Der Brustpanzer, der vorne getragen wird, symbolisiert die innere Dimension einer Person – was auf Hebräisch als … bezeichnet wird. PenimiutDas Ephod, das sich hauptsächlich im hinteren Bereich befindet, repräsentiert das innere, essentielle Selbst. Es repräsentiert die äußeren Aspekte einer Person – unsere Handlungen, unser äußeres Verhalten, die sichtbaren Teile unseres Lebens.

Die Tora gebietet uns, die beiden nicht zu trennen. Das Innere und das Äußere müssen miteinander verbunden bleiben.

Wenn die Handlungen eines Menschen nicht mit seinem inneren Ziel übereinstimmen, fehlt etwas Wesentliches.

Eine Mauer ohne Sinn und Zweck errichten

Stell dir einen Mann vor, der eine Mauer baut. Er setzt einen Ziegelstein auf den anderen und füllt die Zwischenräume sorgfältig mit Zement. Er arbeitet fleißig und tut genau, was ihm gesagt wurde. Doch er weiß nicht, warum er diese Mauer baut. Er weiß nicht, wozu sie dienen soll.

Er sieht nur noch Stein um Stein um Stein.

Zunächst mag er weiterarbeiten. Doch irgendwann könnte ihm langweilig werden. Er mag anfangen zu denken: Was mache ich hier eigentlich? Das ist sinnlos. Es hat keinen Zweck. Warum sollte ich weitermachen?

Stellen Sie sich nun vor, jemand sagt zu ihm: “Diese Mauer wird Teil eines Palastes sein. Der König selbst wird in diesem Raum wohnen. Er wird sich an dem erfreuen, was Sie geschaffen haben.”

Plötzlich erhält dieselbe Arbeit Sinn. Die Handlung selbst hat sich nicht verändert – er legt immer noch Ziegelsteine –, aber jetzt versteht er den Sinn dahinter. Der äußeren Handlung ist eine innere Dimension hinzugefügt worden.

Und das ändert alles.

Gott im Alltag dienen

Das gleiche Prinzip gilt auch für unser Leben.

Manchmal erfüllt ein Mensch Gebote oder verhält sich moralisch und ethisch, ohne sich dessen vollends bewusst zu sein. Schließlich versuchen viele Menschen, moralisch zu sein. Viele Menschen vollbringen gute Taten. Was macht sie so besonders?

Man könnte anfangen zu denken: Das macht doch jeder. Da ist nichts Besonderes dran. Was soll das Ganze?

Doch wenn ein Mensch versteht, dass jede gute Tat, jede ethische Entscheidung, jeder Moment der Integrität Teil einer göttlichen Mission ist, ändert sich alles. Gott hat der Menschheit geboten, eine moralische und ethische Welt zu errichten. Wenn wir mit Mitgefühl handeln, Nächstenliebe üben oder anderen helfen, erfüllen wir seinen Willen.

Und mehr noch: Allein die Tatsache unserer Existenz beweist, dass Gott uns will. Er erschafft uns fortwährend neu. Wenn wir Gutes tun, erfüllen wir die Mission, die er uns anvertraut hat.

Trenne niemals den Zweck von der Handlung.

Dies ist die tiefere Bedeutung des Verbots, den Brustpanzer vom Ephod nicht zu entfernen.

Trenne niemals deine inneren Ziele von deinen äußeren Handlungen.

Wenn ein Mensch seine Absicht vom Handeln trennt, kann das Leben mechanisch, langweilig und sogar deprimierend werden. “Was mache ich hier eigentlich? Was ist der Sinn meines Lebens?” Diese Fragen entstehen, wenn die innere Dimension von der äußeren abgekoppelt ist.

Doch wenn wir uns daran erinnern, dass unser Handeln dem König der Könige, dem Heiligen, gepriesen sei Er, dient, gewinnt unser Leben Sinn. Selbst der kleinste “Stein”, den wir setzen, wird Teil von etwas viel Größerem.

Gott hat uns die Mittel gegeben, uns vor Verzweiflung zu schützen. Der Schlüssel ist einfach, aber tiefgründig: Trenne niemals das Innere vom Äußeren.

Haltet sie in Verbindung – und euer Leben wird voller Sinn und Freude sein.

Vortrag von Rabbi Tuvia Serber


Die obige Darstellung zeigt den gesprochenen Text, der in geschriebenen Text umgewandelt wurde.

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