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In den Kapiteln der Megilla entfaltet sich ein Drama, das die Herausforderungen unserer Welt widerspiegelt. Vordergründig erzählt sie von einem prunkvollen Festmahl, das ein persischer König ausrichtete. Doch unsere Weisen enthüllen, was sich hinter den Kulissen abspielte: ein direkter Zusammenstoß zweier gegensätzlicher Weltanschauungen.

Der Talmud (Traktat Megilla 12b) hebt hervor, wie das Festmahl von König Ahasveros zum Inbegriff moralischen Verfalls wurde. Unter dem Einfluss übermäßigen Weins wandelte sich die Atmosphäre von einer königlichen Feier zu einer Zurschaustellung von Obszönität. Indem er Königin Vashti wie ein bloßes Ausstellungsstück behandelte, demonstrierte Ahasveros den Kern der Unmoral – die Reduzierung eines nach Gottes Ebenbild geschaffenen Menschen zu einem Objekt der Selbstbefriedigung.

Für Götzendiener ist die Welt nichts weiter als eine Ansammlung von Mitteln zur Selbstbefriedigung. Es gibt keine Heiligkeit im Familienleben, keinen Respekt vor dem “Anderen” und keine Selbstbeherrschung. Wenn das Ego allein herrscht, sind Chaos und Selbstzerstörung unausweichlich. Dies wird deutlich, als Ahasveros, von Wut und verletztem Stolz getrieben, verhängnisvolle Entscheidungen trifft, die eher von Trunkenheit als von Gerechtigkeit geleitet sind.

Die Weisen lehren uns, dass selbst die körperlichsten Handlungen – Essen und Trinken – zu heiligen Handlungen werden können. Der Kampf gegen den Götzendienst beinhaltet die Ablehnung einer Kultur, die nur den Körper, die Triebe und die Süchte heiligt. Noachiden sind verpflichtet, eine Welt der Gerechtigkeit und des Rechts zu bewahren, und die Grundlage dafür ist die Erkenntnis, dass jeder Mensch nach dem Bild Gottes geschaffen ist und nicht zum persönlichen Gebrauch anderer dient.

Die Geschichte der Megilla lehrt uns die Ewigkeit des Glaubens. Der Glaube an den Heiligen, gepriesen sei Er, ermöglicht es uns, selbst in der Finsternis von Gesetzlosigkeit und Bosheit Würde zu bewahren. Der Sieg gehört nicht den Lautesten oder Mächtigsten, sondern denen, die mit dem Schöpfer verbunden sind. Inmitten des Chaos bilden die Sieben Gebote der Noachiden eine Insel der Stabilität. Sie erlauben uns, moralisch zu bleiben und mit der Quelle des Lebens verbunden zu sein. Indem sie uns lehren, den Schöpfer zu lieben und seine Schöpfung zu achten, ebnen diese Sieben Gebote den Weg zur wahren Erlösung der Welt.

Von Rabbiner Moshe Bernstein

Quelle: Traktat Megillah 12b. Tora Or Tetzaveh 83:4.





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