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EIN GEDANKE ÜBER PARSHAT KEDOSHIM 5785

Israel, die Nationen und der Weg der Keduscha

Unter Levitikus 19:2, lasen wir: 

2 Rede zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israels und sprich zu ihnen: Ihr sollt heilig sein, denn ich, der HERR, euer Gott, bin heilig.ב דַּבֵּר אֶל-כָּל-עֲדַת בְּנֵי-יִשְׂרָאֵל, וְאָמַרְתָּ אֲלֵהֶם–קְדֹשִׁים תִּהְיוּ: כִּי קָדוֹשׁ, אֲנִי ד' אֱלֹקיכֶם.

Der Ruf zur Heiligkeit

Dem jüdischen Volk wird hier das Gebot der Heiligkeit erteilt – denn Gott selbst ist heilig. Dieser Vers richtet sich ausdrücklich an die Kinder Israels, wie es heißt: “דבר אל כל עדת בני ישראל…” – “Sprich zur ganzen Versammlung der Kinder Israels.” Dass Gott heilig ist, liegt auf der Hand: Gott ist erhaben, transzendent, voller Majestät. Doch was bedeutet es, wenn Menschen – gewöhnliche Sterbliche – aufgerufen sind, heilig zu sein, gleichsam in Gottes Fußstapfen zu wandeln?

Und noch weiter: Wenn dieser Aufruf zur Heiligkeit an Israel gerichtet ist, was bedeutet er dann für die Noachiden – Menschen aus den Nationen, die sich ebenfalls mit Gott verbinden und nach seinem Willen leben wollen? Denn auch sie sind nach dem Bild Gottes geschaffen.tselem ElokimGilt dieser Aufruf nicht auch für sie?

Was bedeutet “heilig”?

Beginnen wir mit der Bedeutung des hebräischen Wortes קָדוֹשׁ (kadosh). Laut Jastrow bedeutet es: abgeschnitten, getrennt sein, rein, heilig, heilig werden. Der Kern von kadosh Es ist Trennung, Unterscheidung – etwas, das vom Gewöhnlichen, vom Alltäglichen abgegrenzt ist.

Wie Neil Gilman (Heilige Fragmente, S. 229) treffend formuliert:
Kadosh beginnt mit ‘abseits’ und endet mit ‘besonders’, ‘heilig’, ‘erhaben’.’

Wenn wir sagen, dass Gott heilig ist, meinen wir: Er ist von der Welt getrennt – und doch nicht von ihr entfernt. Er transzendiert das Weltliche, zieht sich aber nicht von ihr zurück.

Ebenso ist Israel zu einer besonderen Lebensweise berufen: abgesondert, aber nicht abwesend. Vielmehr muss Israel durch seine heilige Lebensweise einen positiven Einfluss auf die Welt ausüben.

Wie Martin Buber sagt in Bechirat Yisrael:
Israel muss ein heiliges Volk sein, das Gott nacheifert, nicht indem es sich von der Welt zurückzieht, sondern indem es in allen Lebensbereichen Licht und Orientierung gibt.1

Heiligkeit als Beziehung: Zeit, Ort und Menschen

Im Judentum erstreckt sich Heiligkeit über Zeit, Raum und Beziehungen hinweg.

Daher, Keduschah Das bedeutet nicht nur Spiritualität oder Frömmigkeit, sondern vor allem Absonderung UND Hingabe. Heiligkeit ist eine Hinwendung zu etwas Höherem, zu Gott.

Was sagen die klassischen Kommentatoren?

Rashi

Raschi erklärt diesen Vers so, dass es bei diesem Aufruf zur Heiligkeit vor allem um sexuelle Reinheit geht – um die Abkehr von unmoralischen Beziehungen und Gedanken. Dies geht deutlich aus dem Kontext im Buch Levitikus hervor: Heiligkeit und Sexualgesetze werden oft gemeinsam erwähnt.

Für Raschi bedeutet Heiligkeit daher Grenzbewusstsein. Zu wissen, was in einem Leben, das Gottes Willen widerspiegelt, angemessen ist und was nicht.

Und bemerkenswerterweise wurde diese Botschaft dem gesamten Volk gleichzeitig verkündet. Warum? Weil sie einen grundlegenden Kern der gesamten Tora darstellt.

Die Noachiden sind in ihren sieben Geboten ebenfalls zur sexuellen Reinheit aufgerufen. Auch sie sind dazu angehalten, sich anders zu verhalten als das, was in der Welt als “normal” gilt.

Die Noachiden sind in ihren sieben Geboten auch zur sexuellen Reinheit aufgerufen. Wann immer es zu unmoralischen sexuellen Beziehungen kommt und ein Noachid sich davon trennt, stellt dies unbestreitbar einen Akt der Heiligkeit (Keduscha) dar.

Ramban

Ramban geht in seiner Auslegung dieses Verses noch einen Schritt weiter als Raschi. Ihm zufolge geht es nicht nur um Verbote, sondern auch darum, wie man mit dem umgeht, was erlaubt ist.

Man kann theoretisch alle Gesetze befolgen und dennoch ein leichtfertiges Leben führen: Völlerei, vulgäre Sprache, oberflächliche Beziehungen. Deshalb fordert die Tora innere Läuterung, bewusste Mäßigung und einen entsprechenden Lebensstil.

Für Ramban ist Heiligkeit Selbstbeherrschung aus Liebe zu Gott – auch im Alltag.

Dieser Grundsatz gilt auch für Noachiden, die nach Gottes Ebenbild leben möchten. Ein heiliges Leben beschränkt sich nicht auf das Befolgen von Regeln; es erfordert auch Herz und Absicht.

Heiligkeit außerhalb Israels – Der Weg der Noachiden

Die sieben Noachidischen Gebote sind universelle Gesetze, die ursprünglich Adam gegeben und später Noah bestätigt wurden. Sie bilden das moralische Fundament der Menschheit und dienen allen Nichtjuden als Richtlinien.

Auf den ersten Blick scheinen diese Gebote allgemeine ethische Prinzipien zu sein, die Ordnung und Stabilität in der Gesellschaft gewährleisten sollen. Doch bei genauerer Betrachtung offenbaren sie eine tiefere Ebene: Jedes dieser Gesetze ist ein Kanal für Keduschah — der Heiligkeit.

Zum Beispiel:


Zusammen bilden diese Gebote nicht nur einen ethischen Rahmen, sondern auch einen spirituellen Weg.
Wer sie befolgt, um Gottes Willen zu tun, lebt nicht nur “gut”, sondern lebt heilig.

Können die Noachiden heilig sein?

Manche behaupten, Noachiden könnten nicht “wirklich heilig” sein, weil sie bestimmte Gebote wie Schabbat oder Brit Mila nicht einhalten müssten.

Ja, es stimmt, dass bestimmte Formen der Heiligkeit – wie die durch die Einhaltung des Schabbats erlangte – speziell dem jüdischen Volk vorbehalten sind. Das bedeutet aber nicht, dass es keine Form der Heiligkeit für andere gibt.

Der Kern der Heiligkeit besteht, wie bereits erwähnt, in der Hingabe an Gott und der Abkehr vom Weltlichen.
In diesem Sinne ist jede Handlung, die mit dem Ziel ausgeführt wird, G-tt zu dienen – sofern diese Handlung mit dem in der Tora offenbarten Willen G-ttes übereinstimmt –, eine Handlung der Heiligung (Keduschah).

Die Gemara in Sanhedrin 59b gibt sogar an, dass ein Noachid, der die sieben Gesetze studiert, mit dem Hohepriester verglichen wird – dem höchsten Grad an Heiligkeit.

Sogar Maimonides (der Rambam) erklärt in Hilchot Melachim 8:11 dass ein Nichtjude, der die sieben Noachidischen Gebote befolgt, weil sie von Gott durch Moses am Sinai gegeben wurden, Anteil an der kommenden Welt hat.
Dies ist ein klarer Beweis dafür, dass Noachiden ein heiliges und erhabenes Leben führen können.

Der spirituelle Wert des noachidischen Pfades

Noachiden, die sich bewusst dafür entscheiden, ihr Leben nach den sieben Geboten auszurichten, weil sie von Gott in der Tora dazu aufgefordert wurden, trennen sich vom Chaos der Welt.

In einer Zeit moralischer Verwirrung und spiritueller Unruhen leben sie ein Leben moralischer Klarheit und Hingabe. Das ist nichts Geringeres als Heiligkeit.

Darüber hinaus trägt ihr Engagement zur Heiligung der Welt als Ganzes bei.
Stellen Sie sich eine Welt vor, in der die Menschen über alle Grenzen hinweg verbunden sind – nicht durch globalistische Wirtschaftssysteme oder digitale Netzwerke –, sondern durch gemeinsame göttliche Werte: Gerechtigkeit, Achtung vor dem Leben, Ehrfurcht vor dem Schöpfer.
Das ist die Welt, die Gott sich vorgestellt hat.

Schlussfolgerung

Es ist ein Irrtum zu behaupten, Noachiden könnten keine Heiligkeit erlangen. Ihr Weg unterscheidet sich zwar von dem des jüdischen Volkes, ist aber nicht weniger wertvoll.

Indem sie die sieben Noachidischen Gebote bewusst und im Einklang mit Gottes Willen befolgen, können Noachiden ein Leben in Heiligkeit (Keduscha) führen. Sie werden Teilhaber am göttlichen Plan für die Menschheit und tragen durch ihre heilige Lebensweise dazu bei, die Welt zu einem Ort zu formen, der die Gegenwart Gottes widerspiegelt. Wie es in Levitikus 19,2 heißt: “Seid heilig, denn ich, der Ewige, euer Gott, bin heilig.” Dieser Aufruf ist im tiefsten Sinne universell.

Von Angelique Sijbolts
Mit Dank an Rabbi Moshe Bernstein für das Feedback

Quelle

  1. Sefaria über das Wort Kadosh ↩︎
  2.  NOAHIDEN UND HEILIGKEIT von Rabbinerin Tani Burton ↩︎

Texte Mechon Mamre

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