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Der Wochenabschnitt “Vajigasch” dieser Woche erzählt von Josefs Offenbarung an seine Brüder, nachdem diese bereit waren, ihr Leben für ihren Bruder Benjamin zu geben. Diese Tat sühnte die Sünde, Josef nach Ägypten verkauft zu haben. Als Josef seinen Bruder Benjamin erkannte, heißt es in der Tora: “Und er fiel seinem Bruder Benjamin um den Hals und weinte, und Benjamin weinte um seinen Hals.” Worüber weinten sie beide? Die Gemara sagt, Josef weinte über die zwei Tempel, die im Gebiet des Stammes Benjamin stehen und zerstört werden würden, und Benjamin weinte über die Stiftshütte von Schilo, einen tragbaren Tempel, der ebenfalls in Josefs Gebiet stehen und zerstört werden würde.
Der Hals symbolisiert den Tempel als Verbindungspunkt zwischen Himmel und Erde, zwischen dem Göttlichen und dem Physischen. Wie der Hals überträgt auch der Tempel göttliches Licht von der spirituellen in die physische Welt und beeinflusst so alle Menschen.
Die Analogie des Tempels zu einem “Hals” unterstreicht seine Rolle als Vehikel für die Übertragung göttlicher Lebenskraft vom Haupt zum Körper, vom Himmel zur Erde. Die Trauer um den Hals verdeutlicht den gemeinsamen Schmerz über die Zerstörung an jenem Verbindungspunkt, der die Ausbreitung des göttlichen Lichts in der Welt ermöglicht. Dies zeigt die Bedeutung des Tempels – nicht nur für Juden, sondern für alle Menschen, denn er ist ein Ort, an dem Gott gegenwärtig ist und alle Geschöpfe der Welt beeinflusst.
Dieses Thema steht auch in Verbindung mit den Noachiden und verdeutlicht die Bedeutung des Tempels als Verbindung zwischen dem unendlichen Schöpfer und unserer begrenzten Welt – nicht nur für das Volk Israel, sondern für die gesamte Menschheit. Die Noachiden waren verpflichtet, ihre sieben Gebote zu halten, und auch sie wurden vom göttlichen Licht beeinflusst, das vom Heiligen Tempel ausging.
Doch im Zeitalter der Erlösung wird der Dritte Tempel in Jerusalem erbaut werden und ewig bestehen. Dieser Tempel wird die beiden vorhergehenden Tempel in jeder Hinsicht übertreffen. Daher wird sich der göttliche Reichtum sowohl in der materiellen Welt als auch in der Spiritualität durch neue Offenbarungen der Gotteserkenntnis ausdrücken, die dann der gesamten Menschheit zugänglich sein werden.
Quelle: Likutei Sichos Bd. 10 Seite 146.
Von Rabbiner Moshe Bernstein
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