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An diesem Schabbat Schuwa, dem Sabbat innerhalb der Zehn Tage der Buße, treten zwei scheinbar widersprüchliche Themen hervor: Buße und Freude. Maimonides schreibt, dass während dieser zehn Tage Buße und Gebet “am schönsten sind und sofort angenommen werden”. Andererseits ist der Schabbat ein Tag der Freude und des Glücks.
Das Wesen von Schabbat Schuwa liegt in der Vereinigung von Reue und Freude. Diese Einheit wird auch im wöchentlichen Tora-Abschnitt “Wajelech” (Und er ging) angedeutet. “Gehen” bedeutet, den bisherigen Zustand zu verlassen und sich einem neuen zuzuwenden. Dies ist das Wesen der Teschuwa: Man verlässt den vorherigen Zustand und tritt in eine neue, andere Wirklichkeit ein. Wie Maimonides beschreibt, sollte sich ein Reuiger fühlen, als sei er “ein anderer Mensch und nicht mehr derjenige, der diese Taten begangen hat”. Daher ist “Wajelech” das Werk der Reue.
Das wirft die Frage auf: Wie lassen sich diese beiden scheinbar widersprüchlichen Gefühle vereinen? Reue, in der man seine weniger guten Taten bereut, sollte doch Trauer und Verbitterung hervorrufen. Wie kann man also gleichzeitig große Freude empfinden? Jedes Gebot sollte mit Freude erfüllt werden: “Dient Gott mit Freude.” Mehr noch, die Reue sollte umso mehr Freude bereiten, da durch sie alle anderen Gebote wiederhergestellt und vollendet werden.
Darüber hinaus gibt es keine größere Freude als die Rückkehr eines Menschen – ob Jude oder Noachid – zu seinem Vater im Himmel. Dies gilt auch für Noachiden, da Umkehr auch für sie relevant ist, wie im Buch Jona, Kapitel 3, zu lesen ist. Dort findet sich in der Tanja ein Gleichnis von einem Prinzen, der als Gefangener hart im Gefängnis arbeitete und dann frei in das Haus seines Vaters, des Königs, zurückkehrte. Es gibt keine größere Freude, als von der Macht der eigenen bösen Neigungen befreit zu sein. Ebenso bringt die Rückkehr zu Gott und die erneute Hinwendung zu Ihm unendliches Glück und Freude. Dies ist eine kraftvolle Metapher für den spirituellen Weg der Umkehr. Es handelt sich hierbei um eine höhere Form der Umkehr – eine, die aus unermesslicher Freude entspringt. Und aus dieser Freude gelangen wir zur größten Freude von allen – der wahren und vollkommenen Erlösung, unmittelbar.
Von Rabbiner Moshe Bernstein
Quelle:Sefer HaSichot (Buch der Reden/Diskurse) 5749 (1989), Band 1, Seite 4. Deuteronomium 31:1. Maimonides Gesetze der Buße.
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